Bereits zum Abheben. Der Volocopter steht bereit,  zumindest schon mal in Paris.
Foto: Eric Piermont/AFP

Ich bin davon begeistert, welch eine überzeugende Kampagne mal wieder in Berlin läuft, um die Leute zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Eine Fahrt kostet bald drei Euro, wie ich gelesen habe. Und auch für die  Monatskarte muss man mehr berappen. Klar, so kriegt man Leute dazu, in überfüllte Bahnen umzusteigen, in denen man außerdem noch Maske tragen soll!

„Weeßte noch“, sagt mein innerer Berliner, „als wir Kinda waren, hat bei uns ’ne Fahrt mit der Bahn zehn Fennije jekostet. Und sojar dit war noch manchen Leuten zu teua. Die ham denn ’nen Hosenknopp in die Bezahlbox jeschmissen, damit dit klappert. Hauptsache keen Jeld rinschmeißen. Man weeß erst, wat Verjünstijungen wert sind, wenn man se nich mehr hat.“

Hinzu kommen heutzutage Streiks, die Stilllegung mehrerer Linien übers ganze Wochenende. Außerdem haben Linksextreme mal wieder Feuer in einem Kabelschacht gelegt, um die S-Bahn auf dem Ring lahmzulegen. Von wegen Angriff auf das böse Kapital! „Die janzen Mänädscha und Milljardäre fahrn nämlich S-Bahn“, sagt mein innerer Berliner, „morjens im Berufsvakehr uffm Ring, einjequetscht inne Heringsbüchse. War ja schon imma so.“

Dabei erinnere ich mich, wie wir uns einst als Kinder die Zukunft des Verkehrs vorstellten: mit Rollbändern, Transportröhren und fliegenden Autos. Wenn alles gut läuft, könnte es so etwas tatsächlich geben. Denn zurzeit entwickeln Techniker funktionierende Flugobjekte für die Stadt. Einer Studie zufolge sollen bereits im Jahre 2035 etwa 23.000 fliegende Taxis über den Metropolen der Welt sausen. Ein in Deutschland entwickelter sogenannter Volocopter soll jetzt in Paris in großem Stil getestet werden. Vielleicht fliegt er auch bald über Berlin. Man steigt einfach ein, gibt sein Ziel ein, und schon startet man – per Autopilot. Ein Kontrollzentrum am Boden lenkt einen.

„Hahaha, Autopilot. Wenn ick dit schon höre!“, mischt sich mein innerer Berliner ein. „Wenn denn een Windstoß kommt und du jejen den Fernsehturm rammelst – wer haftet denn dafür? Dit Auto oder der Pilot? Ick seh schon die Touri-Piepels, wie se mit dem Ding hin und herschaukeln und die Automatik außer Kraft setzen. Und wat dann? Rödelt denen dann ’ne Polizeidrohne hinterher und schießt se ab? Und platschen se denn inne Spree, wie ’ne vereiste Flugente?

Obwohl, ick fänd dit cool: Uff de Erde quetschen sich Leute in de überfüllte Bahn rin. Und am Himmel saust der dicke Krösus mit’m Fluuchtaxi lang und streut Konfetti uff die janzen Blödis, die sich so’n Ding nich leisten können. Und wat saaren denn die Berliner Taxifahrer, wenn über ihre Köppe autonome Konkurrenz dahinsaust? Die besorgen sich doch ne Bazooka.

Und denn haste ja ooch noch die grünen Stadträte. Die wolln ihre Bezirke vakehrsfrei ham. Die rollen denn keene Steinbrocken mehr uff de Straße, sondern lassen Fesselballons steijen, wo sich die Fluuchdinga dran verheddern. Deshalb wäre zunächst mal eene Fraare zu klären: Wie hoch reicht eijentlich der Einfluss von so ’nem Bezirksfuzzi? Ick befürchte ja: bis inne Stratosphäre!“