Berlin - Unvorhersehbare Folgen des ganztägigen Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG): Dabei wurden 140 U-Bahnen mit Graffiti besprüht. Da die Wagen so lange still gestanden haben, sei eine so hohe Anzahl von etwa einem Zehntel der U-Bahnflotte betroffen, wie die BVG am Dienstag mitteilte. Die Graffiti führten einen Tag nach dem Warnstreik zu verkürzten Zügen und längeren Wartezeiten auf den Linien U2 und U3 sowie auf der U6 bis U9, wie es hieß.

Die Einschränkungen würden sich auch in den nächsten Tagen noch fortsetzen, da die Reinigung der Wagen dauere. Am Dienstag fuhren nach Angaben der BVG 65 besprühte U-Bahnen, die restlichen hätten aus Sicherheitsgründen nicht eingesetzt werden können.

Verdi distanziert sich von Vandalismus an Berliner U-Bahnen

Während des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fuhren den ganzen Montag über keine U-Bahnen und Straßenbahnen sowie nur wenige Busse. Die BVG-Beschäftigten kämpfen um mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Die Tarifverhandlungen waren auch in der jüngsten Runde am vergangenen Donnerstag ohne Ergebnis geblieben.

„Offenbar haben Täter den gestrigen Warnstreik bei der BVG ausgenutzt und zahlreiche U-Bahn-Wagen mit Schmierereien versehen. Wir distanzieren uns von diesem Vandalismus, der öffentliches Eigentum beschädigt“, sagte Jeremy Arndt, zuständiger Sekretär der Gewerkschaft Verdi.

Verdi hatte mit der BVG erst im Februar 2019 eine Notdienst-Vereinbarung abgeschlossen und unterschrieben. Bei Anwendung dieser Notdienstvereinbarung hätten Sicherheitskräfte während des Streiks zur Bewachung von U-Bahnen eingesetzt werden können.

Leider hat die BVG diese Notdienstvereinbarung nicht in Kraft gesetzt, sie argumentierte, dass die Notdienstvereinbarung nicht für Warnstreiks eingesetzt würde. „Wäre die Notdienstvereinbarung angewendet worden, wäre es sicherlich möglich gewesen, größere Schäden zu verhindern, denn während des Warnstreiks hätte verstärkt patrouilliert werden können“, so Jeremy Arndt.“ (mit dpa)