Er bleibt mit Abstand ganz oben, wenn auch mit einem Zehntelpünktchen Verlust zum Vormonat: Michael Müller, Regierender Bürgermeister. Seine Partei, die SPD, bleibt dagegen unverändert bei 29 Prozent, Müllers Attraktivität hievte sie wieder nicht über die 30-Prozent-Marke. Sie ist in der Parteienlandschaft das, was die 10.000-Punkte-Marke im Dax ist: eine psychologisch wichtige Schwelle, die es den Sozialdemokraten wieder leichter machen würde, sich als Volkspartei zu fühlen. Wie früher.

Trost für die Sozis: CDU-Spitzenmann Frank Henkel dümpelt auf der Beliebtheitstreppe trotz minimalen Zuwachses weiter im unteren Bereich und die Berliner CDU, der er vorsitzt, stagniert bei 23 Prozent, sechs Prozentpunkte unter ihrem Bundestagswahlpotential. Trotz der Flüchtlingskrise scheint sich die Meinung der Wählerinnen und Wähler kaum zu ändern, auch eine Stärkung rechter Parteien wie der AfD ist bisher nicht zu erkennen.

Ein weiterer Trost für die SPD: Ihr noch relativ neuer Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen hat sich auf Platz 2 vorgearbeitet, eine Verbesserung zum Vormonat um zwei Plätze. Der dialogorientierte Import aus Hessen kommt beim Publikum offenbar an. Allerdings hatte er wegen voller Steuerkassen bislang wenig Gelegenheit, sich durch Etat-Kürzungen unbeliebt zu machen.

Das Ende der Beliebtheitsskala teilen sich weiterhin wie festbetoniert Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) und die Piraten Alexander Spieß und Martin Delius – obwohl letzterer als Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses im Parlament geschätzt wird. Gegen die Unbeliebtheit der Piratenpartei, die sich gerade selbst von der politischen Festplatte löscht, hilft das nicht. Forsa befragte im Auftrag der Berliner Zeitung vom 14. bis 24. September 1001 Berliner, die Umfrage ist repräsentativ.