Berlin - Fast zwei Drittel der Berliner Eltern sind dafür, dass der Preis für das Schulessen von zwei auf drei Euro pro Portion angehoben wird, um die Qualität der Speisen zu verbessern. Immerhin knapp die Hälfte der Eltern ist auch bereit, dafür selbst mehr zu bezahlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. 43 Prozent der Eltern sind demnach dafür, dass die Mehrkosten hauptsächlich von den Eltern bezahlt werden, 48 Prozent meinten, der Senat solle zusätzliche Kosten tragen.

Die Debatte um die Qualität des Schulessens ist neu entbrannt, nachdem aus China importierte Erdbeeren eine Brechdurchfallepidemie unter Schülern in Deutschland ausgelöst hatten. Zudem hatte eine vom Senat in Auftrag gegebene Studie ergeben, dass das Berliner Grundschulessen mindestens 3,17 statt wie derzeit 2 Euro kosten müsste, um die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu erfüllen.

Laut Forsa-Umfrage sind generell 58 Prozent der Berliner dafür, den Essenspreis auf drei Euro anzuheben, um ein Mindestmaß an Qualität zu sichern. Fragt man Eltern mit Kindern, sind sogar 63 Prozent für eine Preiserhöhung. Befragte aus dem Ostteil Berlins und Menschen mit geringerem Einkommen sind aber nur mit knapper Mehrheit für eine Preiserhöhung. „Für ein besseres Schulessen brauchen wir sicher auch mehr Geld im System“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Berliner Zeitung. „Die Umfrage zeigt, dass auch viele Eltern bereit sind, Verantwortung gemeinsam mit dem Land zu übernehmen.“

In der SPD-Abgeordnetenhausfraktion neigt man dazu, Eltern- und Landesanteil zu gleichen Teilen anzuheben. CDU-Schulpolitikerin Hildegard Bentele warb hingegen für eine höhere Elternbeteiligung ohne zusätzliche staatliche Subventionen. Einig ist man sich, dass bei künftigen Ausschreibungen Mindestqualitätsstandards gelten müssen und die Essensqualität systematisch kontrolliert werden soll.