Forsa-Umfrage: Klaus Lederer bleibt Berlins beliebtester Politiker – Michael Müller verliert

Michael Müller kommt nicht von der Stelle – und seine Partei auch nicht: Die Berliner SPD und ihr Landesvorsitzender verlieren in der Wählergunst verglichen zum Vormonat. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. Dabei wurden an zwei Wochen im April genau 1003 repräsentativ ausgewählte Berliner am Telefon befragt.

Im allmonatlich ermittelten Ranking der beliebtesten Senatsmitglieder hat Klaus Lederer seine Spitzenposition behauptet – auch wenn der Wert des Linken-Chefs und Kultursenators in absoluten Zahlen nicht hoch ist. Er liegt gerade einmal bei 0,8 von fünf möglichen Punkten.

Die SPD verliert weiter an Zustimmung

Dahinter folgt die grüne Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Ramona Pop (0,7). Sie ist gleichauf mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, der um 0,2 Punkte zulegte. Kollatz-Ahnen ist der höchstbewertete SPD-Politiker des rot-rot-grünen Kabinetts. Sein Chef Michael Müller folgt erst auf Platz 5. Er ist in der Beliebtheit um 0,2 Punkte gesunken, bleibt aber noch bei einem positiven Gesamtwert von 0,4.

Am Ende des Skala stehen die beiden Senatorinnen, deren Ressorts aktuell besonders im Fokus stehen, in denen der Politik im Allgemeinen aber recht wenig Lösungskompetenz zugetraut wird: Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Beide erzielen einen Wert von Minus 0,7. Wobei Scheeres in diesem Monat auf diesen Wert „hochgerückt“ ist. Trotz des allenfalls mittelmäßigen Abschneidens ihres Spitzenpersonals zeigt sich die rot-rot-grüne Koalition in der Umfrage ziemlich stabil. Zusammen kommen die drei Parteien auf eine Zustimmung von 56 Prozent. Das ist der gleiche Wert wie im März. Zum Vergleich: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 kamen die drei zusammen auf 52,4 Prozent.

Dramatisch ist jedoch die Verschiebung innerhalb des Bündnisses. Während die Linke scheinbar unbeirrt ihren Weg zieht und ihren vor einigen Monaten erklommenen Spitzenplatz sogar ein wenig ausbaut (20 Prozent, ein kleines Plus von einem Prozentpunkt), verliert die SPD weiter. Mit inzwischen nur noch 18 Prozent (minus 1,0) kommt sie auf den gleichen Wert wie die Grünen, die unverändert blieben. 

Als möglicher Erklärungsansatz könnte der Streit um die Wohnungspolitik dienen, wo SPD und Linke programmatisch weit auseinander sind. Spitzen-Sozialdemokraten wie Müller oder Innensenator Andreas Geisel schlagen gerne verbal auf die für Wohnungsbau zuständige Katrin Lompscher (Linke) ein – offenbar hat das nichts genützt.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen und die SPD zur kleinsten der drei Regierungsfraktionen schrumpfen, müsste möglicherweise auch über die Position des Regierungschefs verhandelt werden.

Die Opposition kann von der Erosion der SPD nicht profitieren. Die CDU verharrt bei 19 Prozent, bleibt hinter der Linken zweite Kraft. Unverändert auch die AfD (11 Prozent) und die FDP (7 Prozent).

Auffällig ist auch, dass die Bundes-SPD um die neue Chefin Andrea Nahles in der Hauptstadt einen noch schwereren Stand hat als die hiesige. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die SPD in Berlin auf 16 Prozent (minus 1,0) und damit nur noch auf Rang 4. Angela Merkels CDU bliebe dagegen mit unverändert 23 Prozent stärkste Partei in Berlin.