Forsa-Umfrage: Noch sind die Piraten nicht untergegangen

Die Piraten galten als abgeschrieben. Monatelang kamen sie in der Forsa-Umfrage für die Berliner Zeitung über drei Prozent Zustimmung nicht hinaus. Nun sieht es so aus, als dürfte die junge Partei neue Hoffnung schöpfen. Würden die Berliner an diesem Sonntag wählen, könnten die Piraten den Sprung ins Abgeordnetenhaus wieder knapp schaffen. Erstmals seit einem Jahr erreichten sie fünf Prozent.

Die größten Parteien SPD und CDU gaben jeweils einen Punkt ab, der Abstand zwischen ihnen veränderte sich nicht. Die SPD liegt mit 28 Prozent weiter vor der CDU mit 24 Prozent. Die Linkspartei verbesserte sich leicht auf 15 Prozent und ist den Grünen (unverändert 16 Prozent) dicht auf den Fersen.

Auch die FDP legt zu - zumindest im Bundestrend

In der zweiten Sonntagsfrage (Bundestag) bestätigte sich der Trend aus dem übrigen Bundesgebiet – auch in der Berliner Wählerschaft verliert die Merkel-CDU zugunsten der FDP. Mit sechs Prozent stehen die Liberalen so gut da wie seit Jahren nicht. Ob sich das auch positiv auf die Landes-FDP auswirken wird, lässt sich nach Angaben von Forsa aber noch nicht sagen. Sie scheine sich zwar etwas nach oben zu bewegen, hieß es bei den Meinungsforschern, aber noch erreiche sie keine drei Prozent und werde daher unter „Sonstige“ ausgewiesen.

Der deutliche Aufwärtstrend für die SPD, der sich in den Monaten seit dem Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und der Wahl seines Nachfolgers Michael Müller gezeigt hatte, hat sich im Mai konsolidiert, wie Forsa es nennt. Auf der Rangliste der Politiker bekamen Müller und die meisten SPD-Senatoren etwas schlechtere Noten. Auch die Kompetenzwerte der SPD gingen zurück. Danach gefragt, wer mit den Problemen der Stadt am besten fertig wird, nannten im Mai 22 Prozent die SPD (minus drei). Die CDU konnte sich leicht von 14 auf 15 Prozent verbessern. Forsa befragte vom 22. bis 28. Mai 1 005 Berliner, die Fehlertoleranz betrug plus/minus drei Prozentpunkte.