Die Berliner sehen die angespannte Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt ganz überwiegend gelassen. 79 Prozent der Mieter sind mit ihrer derzeitigen Wohnsituation zufrieden, lediglich 21 Prozent geben an, dass sie lieber eine andere Wohnung hätten.

Das ist das Ergebnis eine repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. Es zeigt, dass der Anteil der zufriedenen Mieter in den vergangenen Jahren vier Jahren bemerkenswert stabil geblieben ist.

Wer sich jedoch etwa aufgrund steigender Mieten zum Umzug entschlossen hat, bekommt zu spüren, dass bezahlbarer Wohnraum knapp geworden ist. 80 Prozent der Umzugswilligen sagen, sie hätten Schwierigkeiten, eine andere Wohnung zu finden. Dabei haben die befragten Suchenden im Westen der Stadt mit 84 Prozent deutlich mehr Probleme als Berliner, die in den östliche Bezirken leben (75 Prozent). Bei der letzten Forsa-Erhebung zu diesem Thema im August 2012 betrug ihr Anteil 68 Prozent.

Von einer Mieterhöhung waren in den vergangenen drei Jahren 49 Prozent betroffen, darunter 46 Prozent der Mieter im Osten sowie 51 Prozent in der westlichen Hälfte der Stadt. Für 43 Prozent der Befragten, deren Miete erhöht wurde, betrug die Steigerung bis zu fünf Prozent, 28 Prozent mussten bis zu zehn Prozent mehr hinnehmen. Für 14 Prozent erhöhte der Vermieter um bis zu 15 Prozent, für weitere neun Prozent fiel die Steigerung sogar noch höher aus.

Große Mehrheit bleibt entspannt

Während 20 Prozent der von einer Mieterhöhung betroffenen Berliner in eine günstigere Wohnung umziehen wollen, sieht mit 80 Prozent die überwiegende Mehrheit dazu gegenwärtig keinen Anlass.

Zudem machen sich rund zwei Drittel der Befragten keine Sorgen, dass sie sich in ein paar Jahren ihre Wohnung aufgrund höherer Miet- oder Nebenkosten eventuell nicht mehr leisten können.

Dennoch führt die Wohnungsnot hinter dem Thema Ausländer und Integration die Liste der drängendsten Probleme der Stadt an. Am dritthäufigsten wird das Desaster um den Ausbau des Großflughafens BER genannt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will bis zum Ende der Legislaturperiode im kommenden Jahr die Zahl der landeseigenen Wohnungen durch Zukauf und Neubau auf 400.000 zu erhöhen. Zudem tritt ab 1. Juni stadtweit eine Mietpreisbremse bei Neuvermietungen in Kraft.

1005 Berliner wurden zwischen dem 17. und 29. April 2015 befragt.