Berlin - Es war einer der ersten Termine, den die Delegation der Salomon Guggenheim Stiftung aus New York in Berlin absolvierte. Und es war ein bekannter Ort, den sie besuchten. Die Kuratoren des „BMW Guggenheim Lab“ kehrten am Montag dorthin zurück, wo sie schon einmal einen geeigneten Platz für ihr temporäres Forschungslabor ausgemacht hatten: Auf dem Gelände des Pfefferbergs in Prenzlauer Berg. Nach Informationen der Berliner Zeitung haben die Kuratoren der Stiftung sich nunmehr dafür entschieden, die 30 Meter lange Freilufthalle doch auf dem Pfefferberg zu errichten. Die Guggenheim-Stiftung und die Senatskanzlei bestätigten dies am Dienstag allerdings nicht. „Die Standortfrage ist noch nicht entschieden“, erklärte Senatssprecher Richard Meng ausdrücklich.

Bis zum Ende der Woche haben alle Beteiligten dem Vernehmen nach Stillschweigen vereinbart. Der Streit um das vom bayerischen Autokonzern BMW gesponserte „Lab“, dessen Macher sich nach massiven Protesten von Anwohner-Initiativen vom Kreuzberger Spreeufer zurückgezogen hatten, soll nicht geschürt werden.

Optimale Infrastruktur

Auf dem Pfefferberg-Gelände beginnen nun aber die Vorbereitungen: Bauarbeiten sind zu koordinieren, Schuttberge am Eingang zur Christinenstraße werden abtransportiert, ein Berg mit Pflastersteinen im Hof muss schnell verschwinden. Gleich daneben soll in Kürze das „Lab“ errichtet werden, in dem Diskussionen, Präsentationen und Workshops zu stadtpolitischen Themen stattfinden sollen.

Bezirkspolitiker und die Betreiber des Pfefferwerks wollen alles tun, damit das Lab schnell kommen kann. „Wir könnten die technischen Grundlagen liefern“, sagt Andreas Kranold von der Pfefferberg-Entwicklungsgesellschaft auf Nachfrage. Die Infrastruktur scheint optimal. Das Architekturforum Aedes bietet Arbeitsräume für das Lab-Team, auf dem Gelände gibt es zwei Restaurants, einen Biergarten, ein Hostel und viel Platz, Wasser und Strom inklusive.

Doch die Zeit drängt: Am 24. Mai soll das Lab eröffnen. Dem Vernehmen nach fürchten die Organisatoren, diesen Termin nicht halten zu können, denn nach dem Rückzug aus Kreuzberg gibt es Verzögerungen bei der Planung der zweimonatigen Veranstaltungsreihe.