Die Aktion war gut gemeint. Der Senat sollte sich dafür einsetzen, dass in Tegel nachts keine Frachtflüge mehr stattfinden und den Schlaf der mehreren hunderttausend Anwohner stören. So stand es in einem Antrag der SPD und der CDU, über den das Abgeordnetenhaus 2014 debattierte. Doch nun kam heraus, dass der Senat keinen Erfolg hatte. Denn auch der neue Vertrag für die Postflüge, der ab April gilt, sieht nächtliche Starts und Landungen auf dem Flughafen vor.

Künftig befördert nicht mehr Air Berlin, sondern Germanwings Post von Tegel nach Stuttgart und zurück. „Im Sommerflugplan 2015 werden wir fliegen“, sagte Sprecher Matthias Burkhard. Die Airline, die zum Lufthansa-Konzern gehört, hat die Ausschreibung der Post gewonnen. Geflogen wird fünfmal in der Woche, ein Flugzeug hebt um 0.20 Uhr in Tegel ab, das andere kommt um 1.25 Uhr dort an. Allerdings wird ein anderer Typ eingesetzt: nicht mehr der Airbus A 320, sondern der A 319. Wo sonst Passagiere auf 144 Sitzen Platz nehmen, werden Überzüge befestigt, in denen dann die Postsäcke verstaut werden.

„Wir werden alles unternehmen, um die Lärmbelastung gering zu halten“, so Burkhard. Doch klar sei auch: Nachtruhe gibt es nicht.