Die Staatliche Balletschule Berlin gehört zu den führenden Tanzausbildungsstätten in Deutschland.
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BerlinNach der Ausschreibung zweier Spitzenposten an der Staatlichen Ballettschule Berlin gibt es Kritik aus der Szene. «Bei aller Notwendigkeit der uneingeschränkten Aufklärung der Vorwürfe zur Arbeitsweise an der Ballettschule» müsse die Aufklärung auf Fakten basieren, heißt es in einer Erklärung der Proskenion Stiftung für Nachwuchsförderung. «Auch eine Eliteschule wie die Staatliche Ballettschule Berlin sowie die dort arbeitenden Lehrer und ihre Schüler haben ein Recht auf eine objektive Aufarbeitung der Vorwürfe durch eine neutrale Expertenkommission.»

Die Bildungsverwaltung hatte im jüngsten Amtsblatt der Stadt die Stellen von Schulleitung und Stellvertretung ausgeschrieben. Als Termin wurde «schnellstmöglich nach Freiwerden» genannt.

Aus Sicht der Proskenion Stiftung ist mit dem Vorgehen «eine weltweit zu den führenden Ballett- und Tanzausbildungsstätten gehörende Institution in ihrem Bestand mehr als gefährdet».

Zuletzt hatte die Ballettschule bereits vorübergehend zwei neue Schulleiter bekommen, die bis Schuljahresende eingesetzt wurden.

Der Schulleiter und der Künstlerische Leiter der Staatlichen Ballettschule waren im Februar vom Dienst freigestellt worden. Zuvor hatte es anonyme Vorwürfe zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern gegeben. Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) versprach Aufklärung und setzte eine unabhängige Kommission ein. Für Schüler und Eltern wurde zudem eine Clearingstelle eingerichtet.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Ballettschule, wie alle Bildungseinrichtungen im Land, noch mindestens bis nach Ostern geschlossen.