Das Szenario ist allseits bekannt: An der Supermarktkasse greift die Hand unvermittelt noch in eines der Regale vor, neben oder über dem Kassenband. Meistens ist die Hand schneller als der eigene Kopf, wie es halt so ist bei einem Impulskauf, der monetär gar nicht so schwer ins Gewicht fällt, schließlich geht es hier in der Regel um Kaugummis oder Batterien. Kann man immer mal gebrauchen.

Über der Kasse eines Supermarkts hängt ein schwarzes Regal mit Sexspielzeug

Weil besonders die Süßigkeiten-Aufsteller auf Kinder wie Magneten wirken, tragen die dort angerichteten Produkte den Beinamen Quengelware. Der Drang nach einem Überraschungsei lässt sich ja mal mehr, mal weniger erfolgreich abwehren. Mehrere Bundesregierungen warben schon für die Einführung von Familienkassen, an denen dann keine Süßigkeiten angeboten werden sollten.

Diese Idee könnte als Präventivmaßnahme für neugierige Kinderblicke und bohrende Fragen bald wieder einen Aufschwung erfahren: Über der Kasse eines Supermarkts hängt ein großes, schwarzes Regal, in dem neben verschiedenen Schwangerschaftstests, Kondomen und Gleitgelen drei Vibratorenmodelle im Angebot sind. Die einfachen kosten 24,90 und 39,90 Euro, den Paarvibrator gibt es für 49,90 Euro, die „leichten Liebeskugeln für intensivere Gefühle“ kommen für 19,99 Euro zum Einsatz.

Vielleicht ist die Platzierung von Sexspielzeug an der Kasse auch logisch

Weniger aus Prüderie als aus mangelhaftem Marketing-Knowhow wirft die Entdeckung dieser Angebotspalette allerhand Fragen auf: Ist ein Supermarkt nicht so mit der letzte Anlaufpunkt, an dem Mann und Frau sich nach einem Vibrator umsehen würden? Und läuft der Kauf so impulsiv ab wie beim Kaugummi: „Ach, wie praktisch, nehm' ich noch schnell einen Vibrator mit“ oder „Kann man immer mal gebrauchen“?
Für intime Bedürfnisse muss sich zwar niemand schämen, trotzdem ist eine bunt gemischte Supermarktschlange ideal für aufdringliche Blicke und Kommentare. Auch, ob das Supermarkt-Personal fundiert Vor- und Nachteile besagter Produkte benennen kann, ist aus Verbrauchersicht nicht zu vernachlässigen. Gab es umfangreiche Schulungen?

Andererseits ist die Platzierung von Vibratoren an der Kasse natürlich logisch. Denn eines haben Sexspielzeuge und die hier für gewöhnlich aufgereihten Süßigkeiten gemeinsam: Beide dienen der Befriedigung. Und die Batterien liegen auch gleich daneben.