Sänger und Entertainer Frank Zander begrüßt jeden Gast. 
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BerlinEr muss niemandem mehr etwas beweisen. 50 Jahre erfolgreich auf der Bühne, berufliche und private Höhen und Tiefen überstanden, die Hertha-Hymne geschrieben - das macht unabhängig. Der Sänger und Entertainer Frank Zander (77) genießt diese Freiheit. Er macht das, was, ihm wichtig ist, etwa das Gänsebraten-Essen für Obdachlose. 

Zum 25. Mal wird es am Freitag stattfinden, tausende Gäste werden erwartet, und er will jeden an der Tür begrüssen. "Wenn ich sie dann umarme, sind sie glücklich, und ich bin gerührt", sagt er im Gespräch mit der Berliner Zeitung und wird sehr politisch.

Gerade durch seine Arbeit mit den Obdachlosen werde sein "starker Gerechtigkeitssinn" geschärft. "Ich sehe einige, die wissen nicht mehr wohin mit der Kohle. Und andere brechen weg." Für ihn sei es immer wichtig gewesen, abzugeben, wenn es ihm gut gehe. 

Noch deutlicher wird Zander beim Klimawandel. Der Mensch werde sein Verhalten erst ändern, wenn es richtig weh tue. "Das ist leider so. Deswegen wird Hamburg irgendwann mal unter Wasser sein, wenn wir so weitermachen."

Ist die Katastrophe noch aufzuhalten? Zander zweifelt. "Wir sind einfach zu viele. Wir wollen alle zu viele Dinge: Jeder will ein Auto haben. Wir wollen verreisen auf großen Schiffen. Und in der Zeit, in der wir alles haben wollen, schmilzt das Eis am Nordpol schneller als wir glauben. Wir sind alle schuld. Wir sind nun mal gierig. Und wenn man die Typen sieht, die an der Macht sind, passiert viel zu wenig."

An der Stelle hilft dann vielleicht ein wenig Humor, findet Zander. Auch wenn es schwarzer Humor ist, den er, wie er sagt, sehr schätzt. Ein bisschen Monty Python. Auf seiner neuen Platte macht er sich über Veganer lustig.