Frankfurt (Oder): Polizei ermittelt wegen Angriff von Syrern auf Club

Frankfurt (Oder) - Nach einem Angriff von mehreren Asylbewerbern auf den Party-Club „Frosch“ in Frankfurt (Oder) laufen derzeit auch Ermittlungen, ob die Angreifer bei dem Überfall in der Nacht zum vergangenen Sonntag auch „Allahu akbar“ gerufen haben - zu deutsch: „Gott ist groß.“ Das ist ein Ruf, den auch islamistische Terroristen oft vor ihren Anschlägen rufen.

„Das haben jedenfalls Zeugen ausgesagt und so steht es auch in unseren Ermittlungsakten“, sagte Torsten Herbst, Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, am Freitag der Berliner Zeitung. „Wir nehmen diese Aussagen sehr ernst, genauso ernst, wie alle anderen Aussagen. Doch wir gehen nach derzeitigen Ermittlungen nicht von einem terroristischen Hintergrund der Tat oder einem ähnlichen Motiv aus“, sagte Herbst. „Sonst hätte das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.“

Steine und Stangen

Bei dem Überfall in der Nacht zum 26. August soll eine Gruppe von mehr als zehn syrischen Flüchtlingen den Club mit Steinen, Stangen und Flaschen überfallen haben. Dort wurde nach Angaben der Betreiber gerade eine 90er-Jahre-Party gefeiert. Bei dem Überfall in der Nacht wurde glücklicherweise niemand verletzt, aber die Augenzeugen sprachen gegenüber der Polizei von gespenstischen Szenen.

Einer der Tatverdächtigen, ein 20 Jahre alter Asylbewerber aus Syrien, sitzt derzeit in U-Haft in der JVA Wriezen. Die Polizei richtete extra eine Ermittlungsgruppe wegen dieses Falles ein.

In Streit geraten

Nach bisherigen Ermittlungen waren zwei jungen Asylbewerber anfangs als Gäste im „Frosch“, doch sie gerieten dort mit einem anderen Gast, einem Frankfurter, in Streit. Die jungen Syrer verließen den Club und kamen nach kurzer Zeit mit mehr als zehn Leuten zurück, die dann vor dem Club Drohrufe ausstießen.

Zeugen sagten später bei der Polizei aus, die Angreifer hätten auch gerufen: „Wir sind Araber, wir töten euch alle." Die jungen Angreifer warfen mit Steinen auf Fenster, belästigten und bedrohten Gäste und griffen sie wohl auch an. Die Partygäste verbarrikadierten sich im Club. Als die Polizei eintraf, waren die Angreifer verschwunden.

Am nächsten Tag festgenommen

Nach Angaben der Ermittler wird davon ausgegangen, dass es sich um syrische Asylbewerber handelt. Zwei von ihnen wurden von der Polizei am nächsten Morgen festgenommen, als sie mitten in der Stadt jenen Frankfurter wiedererkannten und angriffen, mit dem sie am Vorabend im Club in Streit geraten waren.

Einer von der Festgenommenen soll 20 Jahre alt sein, der andere 22. Gegen den 20-Jährigen lag bereits ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung vor, weil er jemanden mit einem Baseballschläger angegriffen haben soll. Der 20-Jährige kam in U-Haft. Gegen ihn und den anderen Mann wird weiter ermittelt. Er kam vorerst auf freien Fuß.

„Konsequente Verfolgung"

Oberbürgermeister René Wilke verurteilt den tätlichen Übergriff auf das Schärfste. Die Stadt habe umgehend reagiert und wurde aktiv, und stehe im intensiven Informationsaustausch mit der Polizei und dem Club. Wilke sagte: „Ich unterstütze und fordere die konsequente Verfolgung und Verurteilung der Täter ohne dabei andere Unschuldige in Mithaftung zu nehmen“.

Die Stadt und die Sicherheitsbehörden werden im Einvernehmen jegliche gewalttätigen Auseinandersetzungen in unserer Stadt mit Nachdruck verfolgen und bestrafen.

Stellungnahme des Clubs

In einer Stellungnahme der Club-Betreiber auf Facebook heißt es, dass der Club weder links noch rechts sei und dass alle Gäste willkommen sind. „Wir selektieren nicht nach Groß, Klein, Hell, Dunkel, Nationalität oder Glauben“, heißt es. „Auch wenn es grundsätzlich keine Rolle spielen mag, welcher Nationalität oder Hautfarbe die Angreifer waren, so gibt es für uns aber auch keinen Grund diese zu verschweigen.“

Die Clubbetreiber schreiben, dass es 12 bis 15 Angreifer waren, die auch noch bewaffnet waren. „In diesem Fall handelte es sich um Attackierende mit Migrationshintergrund – sehr wahrscheinlich um syrische Flüchtlinge, welche wir in unserer Stadt, unserem Land willkommen geheißen haben.“

„Kriminelle Gruppierung"

Darunter seien auch Flüchtlinge gewesen, die immer wieder als Gäste im Frosch waren. Die Betreiber sprechen von einer neuen Qualität der Auseinandersetzung. „Frankfurt (Oder) hat ein ernsthaftes Problem mit einer kriminellen Gruppierung von locker 30 bis 40 Ganoven mit Migrationshintergrund.“

In dem langen Text machen die Clubbetreiber klar, dass sie davon ausgehen, dass es kriminelle Einzeltäter waren und dass man weiter auf ein friedliches Zusammenleben in Frankfurt (Oder) setzen muss. „Wir alle friedliebenden Menschen wollen in dieser Stadt Leben und glücklich sein. Wir lieben unsere Stadt und unsere Heimat. Wir teilen unser Zusammenleben gerne mit anderen Kulturen. Wir sind Universitätsstadt und haben eine Vielzahl an unterschiedlichen Menschen und Nationalitäten hier bei uns zu Gast.“

Von einem möglicherweise terroristischen Motiv ist nicht die Rede.

Vorwurf und Entschuldigung

In dieser Woche gab es zudem widersprüchliche Berichte über den Vorfall. Anfang beschwerte sich der Clubbetreiber, dass die Polizei eine halbe Stunde lang nicht reagiert habe, als er den Notruf wählte. Dann musste er einräumen, dass die Polizei nach neun Minuten vor Ort war. Er entschuldigte sich bei der Polizei.

Die große 90er-Jahre-Party soll an diesem Wochenende nachgeholt werden. Mit strenger Bewachung.