Als Frankreichs Botschafter Maurice Gourdault-Montagne am Mittwochmorgen die Presse in der Bibliothek der Botschaft am Pariser Platz 5 empfängt, spricht er von einem schmerzlichen Moment. Er bestätigt, was bereits 24 Stunden zuvor in Berlin bekanntgeworden war: Das Maison de France am Kurfürstendamm 211 wird schließen, weil die Republik Frankreich sparen will und deshalb weltweit staatseigene Immobilien verkauft. Nur noch bis Mitte 2015 wird deshalb das Institut Français am Kudamm die Türen offen halten. Seit 1950 war das Haus der zentrale Ort für französische Kultur in Berlin.

Doch weil Gourdault-Montagne nicht nur der erste Repräsentant seines Staates in Deutschland ist, sondern auch langjährige Erfahrungen als Diplomat hat, spricht er nicht nur von Schmerz, sondern auch von Chancen. „Wo wir sind, bleiben wir.“ Trotz der Sparmaßnahmen werde keiner der 24 Standorte französischer Kulturvermittlung in Deutschland, darunter elf Institute Français, geschlossen. Höchstens das Angebot etwas verringert. Oder gemeinsam mit anderen Institutionen konzentriert.

Auch das Berliner Institut werde nur innerhalb der Stadt verlagert – in das Botschaftsgebäude nach Mitte. Denn am Pariser Platz stehen einige Räume leer, dort sollen dann die Kurse, Theateraufführungen und Ausstellungen stattfinden. Und wenn das nicht reicht, werden die Botschaftsmitarbeiter eben ein wenig zusammenrücken müssen.

Nicht nur die Indianer sollen das tun, sondern auch der Häuptling. Gordault-Montagne denkt daran, die viel zu große Botschafter-Wohnung im vierten Stock des Gebäudes aufzugeben. Auch dort könnten Büros entstehen. Monsieur l’Ambassadeur sucht eine repräsentative Wohnung „irgendwo hier in der City“, vier Zimmer, familiengeeignet. Seine Kinder sind zwar erwachsen und leben nicht bei ihm. „Aber ein Nachfolger braucht vielleicht eine Wohnung für eine Familie.“

Bevor die Kultur in die Botschaft zieht, muss diese aber umgebaut werden – in die eigentliche Botschaft mit Sicherheitsbereich und in das angeschlossene Gebäude mit Eingang Wilhelmstraße. Das wird dann Kulturadresse mit Publikumsbetrieb.

Das Geld für den Umbau soll aus Anteilen am Erlös der denkmalgeschützten Immobilie am Kurfürstendamm kommen. Für rund zehn Millionen Euro (60 Millionen Franc) hat Frankreich das Gebäude 1991 erworben. Noch nicht geklärt ist auch, was aus dem beliebten Cinema Paris wird – das hat immerhin einen Mietvertrag noch bis zum Jahr 2016.