Spezieller Rettungseinsatz mit Fehlalarm.
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BerlinSeuchenalarm in Berlin: Eine 31 Jahre alte Frau ist am Sonnabend mit einem speziell für Krankentransporte ausgerüsteten Flugzeug aus Afrika nach Berlin gebracht worden. Bei der Patientin   bestand der Verdacht, dass sie an dem hochansteckenden Lassafieber erkrankt ist. Der Verdacht hat sich jedoch nicht bestätigt. Das teilte die Gesundheitsverwaltung am Montag auf Anfrage mit. Die Patientin war zuvor von Spezialisten der Charité untersucht worden.

Die Medizinerin war gegen 7.20 Uhr mit einem Rettungsflugzeug vom Typ Gulfstream III auf dem militärischen Teil des Flughafens in Tegel gelandet. Der Rettungsflug war minuziös vorbereitet worden, hieß es bei den Sicherheitsbehörden. Dabei habe sich herausgestellt, dass sich die regelmäßigen Übungen in solch einer Situation lohnen, sagte ein Polizeisprecher. Das Personal habe genau gewusst, was zu tun ist.

Die Patientin war aus dem westafrikanischen Sierra Leone eingeflogen worden. In einem Rettungswagen der Feuerwehr für Infektionskrankheiten wurde die Patientin vom Flughafen unter Begleitschutz ins Virchow-Klinikum gebracht. Dort wird die Frau auf einer Sonderisolierstation behandelt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es am Montag.

Ohne Symptome

Das Fieber verläuft zumeist ohne Symptome oder mild und bei entsprechender Behandlung mit vollständiger Genesung. Nur bei einer Minderheit entwickelt sich das schwere Krankheitsbild mit Blutungen und Schwellungen der oberen Luftwege, das auch zum Tode führen kann. Die Krankheit tritt nach Informationen des Robert-Koch-Instituts in mehreren Ländern Westafrikas auf. Jährlich infizieren sich nach Schätzungen zwischen 100.000 und 300.000 Menschen mit dem Virus, von denen ein bis zwei Prozent sterben.

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit 1974 sieben Fälle bekannt geworden. Die Krankheit wird vor allem durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen.