Sie steht auf dem Spielplatz, panisch. Gestern Abend ist es passiert. Und jetzt? Gerade hat sie ihre Kinder von der Kita abgeholt. Zur Polizei zu gehen, ist keine Option. Dann würde die Familie sie ablehnen. Sie will weg, weit weg, sich verstecken vor ihrem Mann und ihre Kinder in Sicherheit bringen. Während die Kinder auf dem Spielplatz herumturnen und nichts von den Gedanken ihrer Mutter ahnen, wählt sie die Nummer der Notruf-Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) und fragt nach einem Platz in einem Frauenhaus. Die Hotline hilft bei häuslicher Gewalt, allen Frauen. Heißt es. Ute Helmstädt nimmt den Anruf entgegen, versucht zu beruhigen, und muss erklären, dass der Zeitpunkt des Hilferufs ungünstig ist. Alle Plätze in Berliner Frauenhäusern sind belegt. Die Frau bricht das Gespräch ab.

„17. 11. 2015, 16.30 Uhr. Nicht ausreichend Plätze, da mehrere Kinder. Frau geht wieder in die Wohnung zum Täter zurück.“

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