Berlin - Zum Beispiel Holger Ambrosius vom Einstein-Gymnasium in Britz: „Ich hatte zehn Anträge auf dem Tisch“, sagt er. „Würden diese angestellten Lehrer tatsächlich weggehen, könnte ich den Schulbetrieb nicht aufrecht erhalten.“ Für Mangelfächer wie Mathematik würde er keine Nachfolger finden. Wer partout wechseln wolle, könne aber kündigen.

Junglehrer-Initiativen wollen mit solchen Anträgen dem Senat Druck machen, damit angestellte Lehrer Vergünstigungen erhalten, die bislang älteren verbeamteten Lehrern vorbehalten sind, zum Beispiel eine Angleichung beim Nettogehalt. Die Initiative „Bildet Berlin!“ hat dafür gerade über 2.500 Unterschriften von Lehrern gesammelt. Berlin verbeamtet im Gegensatz zu anderen Bundesländern seit 2004 seine Lehrer nicht mehr.

Staatsrechtler Ulrich Battis gab am Mittwoch per Gutachten den angestellten Lehrern Rückendeckung für künftige Streiks. Ihre Teilnahme am Warnstreik im April 2011 sei rechtens, so Battis. Die Bildungsverwaltung hatte das anders gesehen und Lehrer vorladen lassen, leitende Lehrer erhielten Abmahnungen. Angestellte hätten nur eine „relative Friedenspflicht“ gehabt, die für bereits geregelte Inhalte gelte, so Battis. Die Streikforderung nach „alternsgerechten Arbeitsbedingungen“ sei noch nicht geregelt.