Jeden Freitag gehen Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern auf die Straße, um für den Kohleausstieg zu demonstrieren – und das während der Schulzeit. Auch in Berlin wird am heutigen Freitag wieder gestreikt mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was die Schüler den Politikern zu sagen haben.

Auch einige meiner Mitschüler vom Goethe-Gymnasium Lichterfelde waren demonstrieren. Sie sind, wie ich auch, davon überzeugt, dass wir viel bewirken können, wenn wir uns zusammenschließen.

Der Aufruf zur Demonstration wurde über WhatsApp verbreitet. In unserer Klassengruppe wurden von unseren Klassensprechern Links geschickt und erklärt, wofür gekämpft wird. „Klimaschutz ist keine Verhandlungssache“ hieß es in einer Nachricht, die ich gleich mehrmals von Freunden geschickt bekommen habe.

Fridays for Future: Lehrer nehmen keine Rücksicht

In gewisser Weise hat sich das Engagement schon ausgezahlt. Immerhin wurde die Kanzlerin bereits auf die Schülerproteste aufmerksam. ,,Das Engagement der Schüler für die Klimapolitik findet sie ausdrücklich gut“, hieß es von ihrem Regierungssprecher Stefan Seibert.

Aus meiner Klasse möchte heute nur einer zu dem Streik. „Wir können doch eh nichts erreichen“, sagen viele meiner Klassenkameraden. Andere meinen: „Ich möchte den Schulstoff nicht verpassen.“ Und dem schließe ich mich an. Lehrer nehmen keine Rücksicht auf fehlende Schüler und setzen ihren geplanten Unterricht fort. Wer fehlt, muss den Stoff auf eigene Faust nachholen. Und bei uns in der 9. Klasse wird schon einiges verlangt. 

Dann gibt es auch noch diejenigen, die auf die Demonstration gehen, aber nicht, weil sie sich für das Klima einsetzen wollen, sondern um die Schule zu schwänzen. Zu denen möchte man auch nicht unbedingt gehören. Würde die Schule diese Aktion unterstützen, indem ganze Klassen auf die Demonstrationen gehen, könnte deutlich mehr erreicht werden.

Fridays for Future: Zusammen demonstrieren ist effektiver

Die Lehrkräfte meiner Schule sehen es größtenteils ähnlich wie die Schüler: Der Streik ist wichtig für unsere Zukunft und außerdem lernt man dabei viel zur aktuellen politischen Lage dazu. Sie tragen keine unentschuldigten Fehlstunden ein. Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass wir das Siegel „Berliner Klima Schule“ tragen und deshalb bei uns Klimaschutzprojekte ohnehin unterstützt werden.

Ich finde, man könnte diese Demonstration effektiver gestalten, indem man als ganze Klasse hingeht, da mehr Menschen zusammen auch mehr erreichen können. An den Schulen sollte außerdem noch mehr über das Thema Klimaschutz gesprochen werden, damit sich mehr Leute für das Thema einsetzen. Denn die Lage ist ja wirklich ernst genug.

Julian Springer ist zurzeit Schüler-Praktikant bei der Berliner Zeitung.