Berlin - Plötzlich ist sie da und steht in der ersten Reihe. Greta Thunberg blickt ernst auf die vielen Menschen, die sie umringen. Sie ist klein, das fällt jetzt besonders auf, weil das Transparent, das die Schüler und Studenten in der ersten Reihe des Demonstrationszuges vor sich her tragen, ihr fast bis zur Nasenspitze reicht. Die Schwedin hat eine weinrote Winterjacke an, ihre Haare sind wie fast immer zu zwei Zöpfen geflochten. Ihr Blick ist ebenso streng wie ihre Frisur, sie runzelt die Stirn. Sie ist ein Star hier, für viele der Kinder ein Vorbild, mit 16 Jahren schon eine Ikone der Ökobewegung. „Greta, Greta“, rufen einige Grundschülerinnen und machen Handy-Fotos. Doch Greta Thunberg ist nicht hier, um gute Stimmung zu machen, sie ist keine selbstoptimierte Gute-Laune-YouTuberin, die Schminktipps gibt. Gretas Message ist politisch und äußerst eindrücklich: Der Menschheit läuft die Zeit davon. Der Klimawandel wird die Welt zerstören, wenn die verantwortlichen Politiker, die alte Generation, nicht schnell handeln.

Die 16-jährige Schwedin führt die Demonstration vom Invalidenpark bis zum Brandenburger Tor an, hinter ihr erklingen Sprechchöre wie „Hört auf die Profis“ oder „Niemand hat das Recht, ein SUV zu fahren“ aus Tausenden von Kehlen. Später werden die Veranstalter die von ihnen geschätzten Teilnehmerzahl stolz auf der Bühne verkünden: Mehr als 25.000 Jugendliche seien an diesem Tag dabei. Das ist ein neuer Teilnehmerrekord für die seit 15 Wochen stattfindende „Fridays for Future“-Demonstration in Berlin. Und rekordverdächtig ist auch die Zahl der anwesenden Kamerateams und Fotografen, die ein Bild von Greta Thunberg machen wollen. Dutzende warten schon seit dem frühen Morgen auf sie.

Doch die Organisatoren haben für einen eigenen Ordnerblock gesorgt, der Thunberg vor Presse und Pöblern abschirmen soll. Mindestens 30 Männer und Frauen haben sich untergehakt, sie bilden während der zweistündigen Demo einen Halbkreis, eine Art menschlichen Schutzwall, der 20 Meter Luft zwischen ihr und den Kameras lässt. Nie weichen sie zurück, nie lassen sie Lücken entstehen.

Greta Thunberg ging an der Spitze der Demonstration 

„Das ist der Greta-Schutzblock“, sagt ein 16-jähriger Schüler süffisant. Er hat sich krankschreiben lassen, um an diesem Tag hier sein zu können, seine Lehrer sind keine Fans der Demos. Doch mit Thunberg hat sein Engagement nichts zu tun. „Ich finde den Personenkult um sie übertrieben.“ Er spricht von einem „Dilemma“: Thunberg tue Gutes, sie pushe die Diskussion um den Klimawandel, aber über diesen „Riesenrummel“ würden die vielen, vielen vergessen, die sich auch engagieren.

Der Rummel ist wirklich riesig: Zwischen den Ordnern um Thunberg und an der Seite geparkten Autos quetschen sich immer wieder ganze Schülergruppen vorbei, kleine Mädchen auf Rollern und Jungen mit gezücktem Handy. „Sie hat uns zugewunken“, freuen sich vier Sechstklässler. Wie sie Greta finden? „Toll!“, rufen die Jungs. „Sie ist mein Vorbild“, sagt ein Mädchen. Auch sie hat die Haare zu Zöpfen geflochten.

In der ersten Reihe wird Thunberg flankiert von zwei jungen Frauen, die zumindest auf nationaler Ebene auch schon Stars dieser Bewegung sind – die 22-jährige Geografie-Studentin Luisa Neubauer und die 15-jährige Schülerin Franziska Wessel. Beide traten bereits in mehreren Talkshows auf, in Magazinen haben sie mit Bundespolitikern gestritten. Franziska Wessel hat gerade am Invalidenpark die vielen Schüler dazu gebracht, zu dem Spruch „Wer nicht hüpft, ist für die Kohle“ auf- und niederzuspringen. Das wirkt fast wie Morgengymnastik, ein bisschen albern, ein bisschen unauthentisch, doch schnell wird es wieder ernst, sogar todernst, als Wessel ruft: „Wenn wir jetzt nichts tun gegen den Klimawandel, dann werden viele Menschen sterben.“

Katrin Göring-Eckardt verglich Greta Thunberg mit einem Propheten

Als erstes an diesem Tag übernimmt aber Luisa Neubauer das Mikro – von einigen Medien wird sie bereits als „deutsche Greta“ gehandelt. „Mega, mega cool“ und „krass“ findet sie, dass so viele Leute gekommen seien. In Jubel ausbrechen will aber auch Neubauer nicht: „Es bringt nichts, solange dann nichts passiert, solange die Politik nicht handelt.“ Deswegen müsse die Bewegung den Druck noch erhöhen, denn: „Morgen ist es zu spät. Es ist keine Option zu warten.“ Neubauers Kompagnon Jakob Blasel brüllt: „Wir machen die Europawahl zur Klimawahl!“ Die Menge johlt.

An Luisa Neubauer wird deutlich, wie parteinah die eigentlich parteiunabhängige Jugendbewegung doch ist. Neubauer ist Mitglied bei den Grünen – und das passt so gut, wie die meisten Ziele der Demonstranten auch zu der Ökopartei passen. Spitzen der Grünen, wie die Berliner Fraktionschefin Antje Kapek, sind auch am Freitag hier und twittern fleißig: „Gänsehaut pur ... die Kids fordern, was längst Selbstverständlichkeit sein sollte: Eine klimasichere Zukunft!“

Bei einigen Grünen geht die Bewunderung so weit, dass sie Thunberg wie eine Heilige verklären. Katrin Göring-Eckardt sprach vom „Wunder des Engagements“ und verglich Thunberg mit dem Propheten Amos, der im achten Jahrhundert vor Christus die sozialen Missstände seiner Zeit geißelte und der Welt ein Strafgericht voraussagte.

Wer noch nicht wählen kann, solle seine Eltern und Großeltern überzeugen 

Die alten Öko-Demonstranten der Grünen und die neuen Klima-Demonstranten von den „Fridays for Future“ befeuern sich gegenseitig – und profitieren voneinander. CDU, SPD und AfD, die pro Kohle sind, bezeichnen die „Fridays for Future“-Aktivisten auf der Bühne mehrfach als Schuldige und als unwählbar. „Wenn ihr noch nicht wählen könnt“, ruft Luisa Neubauer ins Mikrofon, „dann redet mit euren Eltern und euren Großeltern!“ Ob es der direkte Einfluss der Jugendlichen auf ihre Eltern ist oder ob Greta Thunbergs düstere Prognosen wirken, sei dahingestellt. Die Erfolgswelle der Grünen in Umfragen jedenfalls ist ungebrochen. Und in dieser Woche wurde in einem Politbarometer als wichtigster Politiker zum ersten Mal der Grünen-Chef Robert Habeck an der Spitze genannt – noch vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministern Heiko Maas und Olaf Scholz.

Unterstützung erfährt der Demonstrationszug auch auf seinem Weg durch die Stadt: In der Reinhardstraße haben Kita-Kinder ein Plakat gemalt. Dort steht auf Schwedisch „Greta, Du bist super!“ An der Deutschland-Vertretung des Word Wildlife Funds (WWF) brandet lauter Jubel auf, als die Mitarbeiter Greta Thunberg in der ersten Reihe des Zuges erkennen. Hier winkt sie sogar einmal zaghaft zurück. Aus dem Fenster des WWF-Büros dröhnt dazu der ökologisch bewegte Song „Beds Are Burning“ der australischen Band Midnight Oil, eine Weltuntergangswarnung aus dem Jahr 1987. Ein paar hundert Meter weiter an der Friedrichstraße entfachen die Demonstranten ein gellendes Pfeifkonzert und buhen, als sie zwei Steakhouse-Ketten passieren.

„Ich bin wegen Greta Vegetarierin geworden“, sagt eine blonde Grundschülerin. Tatsächlich ist die Schwedin bekennende Veganerin, ihr Vater inzwischen auch. Eine Studentin verteilt im Demonstrationszug Flugblätter für eine vegane Ernährung. „Der Fleischkonsum vergiftet unserer Welt und sorgt dafür, dass der Regenwald abgeholzt wird“, sagt die Studentin mit den dunklen Locken. „Selbst 50 Prozent des Sojaanbaus geht in die Fleischproduktion, wird an Tiere verfüttert.“

Klimaaktivistin Greta Thunberg leidet an Asperger: Was für andere eine Behinderung ist, begreift Thunberg als Chance 

Für Yanek und Ginger, beide 17 Jahre alt, stehen gerade die Abiturprüfungen am Max-Delbrück-Gymnasium in Pankow an. Doch statt zu lernen, demonstrieren sie heute. Auch weil Greta Thunberg da ist. „Ich finde es beeindruckend, was für eine Bewegung sie ausgelöst hat“, sagt Yanek. Und Ginger schwärmt von der Courage und der Unbeirrbarkeit der jungen Schwedin.

Eigentlich aber sind große Demonstrationen so gar nicht Thunbergs Sache. Man spürt das auch an diesem Tag: Immer wieder taucht sie ab in die zweite Reihe, wo sie nicht mehr sichtbar ist. Mit den anderen Aktivisten spricht sie wenig. Gegen die Kohle hüpft sie nur, wenn sie aufgefordert wird. Die 16-Jährige hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Es kann verbunden sein mit einer Hochbegabung; soziale Kontakte und unübersichtliche Situationen aber können Asperger-Autisten rasch überfordern und nervös machen. Gegner der jugendlichen Klimabewegung diffamieren Thunberg wegen ihres Autismus als krank, den Hype um ihre Person als vollkommen absurd, ihre öffentlichen Auftritte als Fall für das Jugendamt. Befeuert wird ihre Haltung von extremen Neuigkeiten wie diesen: Als Achtjährige weigerte sich Greta, aus dem Haus zu gehen und zu essen, weil sie einen Film über Plastikmüll in den Meeren gesehen hatte. Nicht normal, schreien die Kritiker, warum lauft ihr so einer hinterher?

Für nicht normal hält Greta Thunberg sich selbst auch; aber sie glaubt, dass genau diese Weltsicht nötig ist, um die Dringlichkeit des Klimaproblems zu begreifen. „Hätte ich kein Asperger und wäre ich nicht so merkwürdig“, sagte sie in einem Interview, dann hätte sie sich wohl auch in den sozialen Netzwerken verloren, wie so viele ihrer Altersgenossen. „Ich sehe die Welt aber anders und glaube, dass ich sonst nicht in der Lage wäre, von außen auf das Problem zu schauen.“ Was für andere eine Behinderung ist, begreift Thunberg als Chance. Aber es ist natürlich auch eine Herausforderung, gerade weil Asperger-Autisten die Massen eher scheuen. „Respect her privacy“, hatten ihre Berater bereits vor dem Berlin-Besuch an Journalisten gemailt, die um ein Interview mit Greta Thunberg gebeten hatten. Also: Respektieren Sie ihre Privatsphäre!

Schülerin über Demonstration für Klimaschutz: „Ich hoffe, dass sie die ältere Generation dazu bringen, nachzudenken und sich zu bewegen“

Dabei ist Thunberg schon seit Wochen ein politischer Popstar, der reihenweise Auszeichnungen erhält. In Schweden kürten Zeitungen sie zur „Frau des Jahres“, Abgeordnete haben sie sogar für den Nobelpreis nominiert. In Berlin ist sie auch deswegen, weil sie die Goldene Kamera erhält und am Sonntag mit Anne Will im Fernsehstudio diskutieren wird. Und Thunberg mobilisiert nicht nur Schüler und Studenten, sondern auch deren Eltern. In der Menge vor dem Brandenburger Tor verteilt ein Vater Lollipops an eine sechsköpfige Kindergruppe. „Ich habe die zum Schwänzen verführt“, sagt er ironisch, aber auch ein bisschen stolz. Als die Kinder Fotos von anderen Demonstranten machen und sich Videos hin- und herschicken, sagt ein zweiter Vater in der Gruppe: „Ey Leute, wir sind hier auf einer Demo fürs Klima! Handys weg!“

Eine Mutter ist mit ihrer Tochter hier, die 14-Jährige weiß bestens Bescheid über das Klimaproblem und hat zahlreiche, ganz konkrete Vorschläge für die Politik: zum Beispiel Plastiktüten verbieten oder Kerosin besteuern anstatt zu subventionieren. Ihre Mutter trägt Pudelmütze, sie steht ein paar Meter von der Tochter und deren Freundin entfernt. Das Engagement der beiden freut sie: „Ich hoffe, dass sie die ältere Generation dazu bringen, nachzudenken und sich zu bewegen.“

Auf der Bühne am Brandenburger Tor spielt die Band Funketeers for Future. Keiner der Mitglieder ist unter 30, der Sänger eher über 50 Jahre alt. Er wettert in seinen Ansagen und seinen Songs gegen Großkonzerne, gegen parteiische Medien und den ökologischen Fluch von Konsum und Wachstums-Gläubigkeit. Für manche Alt-68er ist die Jugendbewegung eine neue Hoffnung. Auch Yoko Ono hat ihre Unterstützung auf Twitter kundgetan. In einem Tweet an Greta Thunberg schrieb die Witwe von John Lennon Mitte der Woche: „Ja, wir brauchen Hoffnung. Natürlich brauchen wir das. Aber eines brauchen wir noch nötiger: Taten.“ Gezeichnet: „Love, Yoko.“

Zehntausende Menschen bei Klimaprotesten: Aber nicht alle feiern Greta 

Die Bewegung, die bei den „Fridays for Future“ auf der Straße steht, ist jung und noch unerforscht. Elitäre Kinder von Grünenwählern, kritisieren die einen. Der erste politische Jugendprotest seit den 1970er-Jahren, feiern die anderen. Was stimmt? Eine Studie hat in dieser Woche erstmals Zahlen geliefert. Unter anderem der deutsche Protestforscher Dieter Rucht untersuchte die Klimaproteste in acht verschiedenen Ländern und elf Städten, darunter auch Bremen und Berlin. Die Ergebnisse: Die meisten der befragten Demonstranten zählen sich selbst zur Mittelschicht. Keine Überraschung, selbst wer unter Mindestlohn verdient, tut das oft. Aufschlussreicher ist deswegen ein Blick auf den Bildungsstand der Eltern: Mehr als 50 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Vater einen Hochschulabschluss hat, bei den Müttern ist die Zahl fast ebenso hoch. Als Partei besonders beliebt sind in der Menge der Demonstranten die Grünen mit 36 Prozent. Die Linke belegt weit abgeschlagen Platz zwei mit nur zwölf Prozent Zustimmung. Die ehemaligen Volksparteien SPD und CDU liegen weit unter fünf Prozent. „Einen Querschnitt der Bevölkerung findet man bei den Klimastreiks nicht“, urteilte Rucht.

Nein, nicht alle feiern Greta, auch nicht bei der Demo am Freitag. Am Rand der Demonstration steht der 14-jährige Ugur mit fünf Freunden. Sie zählen zu den wenigen hier, die Migrationshintergrund haben, zur Schule gehen sie in Wedding, an der Seestraße. Bock auf die Demo hatten sie eigentlich gar nicht. „Wir mussten“, sagt Ugur. „Ist ein Projekt in unserer Klasse.“ Jetzt aber findet der 14-Jährige, der Kopfhörer trägt, die Demo „ganz cool, weil wir hier mit den Polizisten reden können“. Vom Invalidenpark bis zum Brandenburger Tor laufen? Darauf haben die Jungs keine Lust. „Kommt Leute, ich hab ein Taxi bestellt!“, ruft einer von Ugurs Freunden. Es mag kein Querschnitt der Gesellschaft sein, der hier auf der Straße steht, dafür aber ist die Bewegung weit vernetzt. Das zeigt die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor, bei der die Organisatoren Gäste aus ganz Europa auf die Bühne rufen: Timo aus Deutschland kritisiert, dass der Klimawandel inzwischen viele Menschen zu Flüchtlingen mache, aber in keinem Land als Asylgrund gilt.

Hugo aus Frankreich wirbt für die Einflussnahme der Jugendlichen auf die Europawahl. Keira aus Belgien berichtet vom Engagement in ihrem Land, wo bereits Anfang Dezember Zehntausende vor dem EU-Parlament protestierten. Eine Rednerin aus Dänemark schildert eindrücklich die Risiken von steigenden Meeresspiegeln und vertrocknenden Feldern und ruft auf Englisch laut in die Menge: „Warum ist unsere Stimme wichtig? Weil wir die Zukunft sind!“ Sie erntet am meisten Applaus, obwohl viele da schon müde sind, ihre Beine schwer vom kilometerlangen Marsch zum Brandenburger Tor. Einige sitzen auf dem Boden oder haben zumindest ihre Schilder abgelegt.

Greta Thunberg hält Rede am Brandenburger Tor: „Wir sollten uns Sorgen machen. Wir sollten in Panik geraten!“

Das ändert sich sofort, als Luisa Neubauer die finale Rednerin ankündigt: „Jetzt kommt der letzte europäische Gast aus Schweden“, ruft Neubauer. Plötzlich sind alle auf den Beinen und viele Smartphones in der Luft. Die Menge jubelt, „Greta, Greta“-Rufe erschallen. Greta Thunberg geht die kleine Treppe hoch, ergreift das Mikrofon und bleibt im hinteren Teil der Bühne stehen. Sie lobt die Demonstranten für ihr Engagement, mehrfach nennt sie die von den Veranstaltern selbst erhobene Zahl: „Heute sind wir hier mehr als 25.000. Danke, dass ihr gekommen seid.“ Die älteren Generationen hätten versagt, die größte Krise der Welt zu managen. „Wir sollten uns Sorgen machen. Wir sollten in Panik geraten!“, sagt sie. Sie meine damit nicht, kopflos und unbedacht zu werden. „Ich meine damit, unsere Komfortzone zu verlassen. Denn wenn man in einer Krise ist, ändert man sein Verhalten.“ Es sind Worte, die sie genauso schon mehrfach gesagt hat – vor der UN-Konferenz und auf vielen anderen Demonstrationen. Und Thunberg macht es kurz: Nur 2 Minuten und wenige Sekunden dauert ihr Auftritt, auf den die Menge den ganzen Tag hingefiebert hat.

Einige Schülerinnen sind darüber etwas verwundert, fast enttäuscht. „Ich hätte gedacht, dass sie etwas länger redet.“ Aber Greta Thunberg müsse sich ja auch schonen, das sei ja klar. Andere finden die Länge ihres Auftritts vollkommen unwichtig: „Es geht darum, dass sie hier war, dass wegen ihr noch mehr gekommen sind, dass wir ein starkes Signal senden“, sagt die 14-jährige Leonie. „Und dass es weiter geht.“ Weiter gehen, das werden die Proteste wohl auf jeden Fall. An der Haltestelle Brandenburger Tor sitzt eine Gruppe Sechstklässler, die zum ersten Mal mit dabei waren. „Nicht nur, aber auch wegen Greta“, sagt der 12-jährige Enzo. „Sie war ein großer Ansporn.“ Sie sind groggy, aber schwer begeistert. „Wir wollen jetzt öfters herkommen!“

Greta Thunberg ist da schon unterwegs nach Potsdam, zu einem Termin, der mehr nach ihrem Geschmack sein dürfte: Mit Luisa Neubauer lässt sie sich im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) von dem schwedischen Institutsleiter Johan Rockström neue Forschungsergebnisse zur Veränderung der Erdsysteme vorstellen – dieses Mal ohne Presse.