BerlinDa die Museen geschlossen sind, spaziere ich zwecks geschichtsträchtiger Unterhaltung über Friedhöfe. Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Mitte findet sich ein berühmter Name deutschen Kulturschaffens neben dem anderen. Zu ihnen begleitet mich Pfarrer Matthias Loerbroks, er sagt: „Hier entlangzugehen, ist etwas Besonderes, es ist anders als auf den anderen Friedhöfen. Wo immer man hinschaut, sieht man Namen, von denen man schon etwas gelesen hat.“

Manche Nachbarschaften passen perfekt. „Der Erfinder der Litfaßäule, Ernst Litfaß, und Hans Wall liegen gewissermaßen Kopf an Kopf. Der Unternehmer Wall empfand sich mit seiner Art, im Stadtraum Reklame zu machen, als Erbe von Litfaß.“ Bei Hans Wall (1942–2019) sind drei pralle große Äpfel platziert – für den kleinen Imbiss im Jenseits? Überhaupt, die Gräber sind überwiegend auffallend liebevoll geschmückt. Auf dem des Dichters und Regisseurs Thomas Brasch (1945–2001) leuchten Blumen in Gelb, Rosa und Rot. Sein Grabstein, geschaffen vom Bildhauer Alexander Polzin, ist der schönste des Friedhofs, er stellt einen Engel dar, der den Namen des Darunterliegenden umarmt.

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