Berlin - Langsam wird der Platz knapp rund um die Großhalle nahe dem Ostbahnhof. Vor acht Jahren stand die Arena, von der US-Anschutz Entertainment Group auf eine ehemalige Bahnbrache gesetzt, wie ein einsames Ufo in der Gegend. Inzwischen werden immer mehr Freiflächen, die als Parkplatz genutzt wurden, zu Bauplätzen.

Nachdem Mercedes-Benz seine Deutschland-Vertriebszentrale dort eröffnete, entstehen dort derzeit weitere Bürobauten. Darunter auch ein Neubau östlich der Mercedes-Vertriebszentrale, wo ab 2017 der Online-Händler Zalando sein Hauptquartier aufschlägt. Ein Großteil aller 3.500 Berliner Zalando-Mitarbeiter werden dort arbeiten.

Demnächst wird auch die große Freifläche zwischen der Großarena und der Mühlenstraße, die Mercedes-Platz heißt, bebaut. Wie die Anschutz Entertainment Group am Dienstag mitteilte, soll dort am 6. Juni der Spatenstich sein für das geplante Entertainment-Viertel erfolgen. Das Bauunternehmen Hochtief wurde zum Generalübernehmer benannt.

Bis zum Herbst 2018 sollen auf dem Platz 200 Millionen Euro verbaut werden. Geplant sind vier Neubauten: Ein Multiplex-Kino mit 14 Sälen und insgesamt 2.500 Plätzen, eine weitere Veranstaltungshalle für 4.000 Besucher, die „Musik Box“ genannt wird und in der unter anderem Konzerte, Theateraufführungen und Galas stattfinden sollen, dazu ein Bowlingcenter mit 28 Bahnen sowie mehrere Cafés und Restaurants. Auch zwei Hotels sowie weitere Büros sollen entstehen.

Geplant ist zudem ein tausend Quadratmeter großes Fontänenfeld, das auch als Wasserspielplatz interpretiert werden kann. Abends sollen die Wassersäulen in mehreren Farben leuchten, auf hohen Bildschirmsäulen soll Werbung flimmern.

Baustart auch für "East Side Mall"

Baubeginn soll demnächst auch östlich der Großarena sein: Direkt neben der Warschauer Brücke baut die Freo Group für rund 200 Millionen Euro ein Shopping-Center. Die „East Side Mall“, ein futuristisch anmutender Fünfgeschosser, soll ebenfalls 2018 fertig sein. Auf rund 25.000 Quadratmetern sollen 110 Geschäfte einziehen, dazu Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Unmittelbar neben der Mall, plant die Freo-Group auch noch ein etwa 140 Meter hohes Hochhaus. Als Nutzung im Gespräch sind derzeit ein Hotel und Büros. Gebaut werden soll der 39-Geschosser aber erst nach der Mall.  

Die Anschutz-Manager glauben, dass ihr Viertel gegenüber der East Side Gallery – im Verein mit dem benachbarten ehemalige Post-Areal, wo bislang vor allem Wohnungen entstanden, zu einem pulsierenden Kiez wird, in dem man wohnen, arbeiten und ausgehen kann. Sind alle Wohn- und Bürobauten fertig, sollen dort rund 20.000 Menschen arbeiten und rund 4.000 wohnen.