Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg setzt sich dafür ein, dass sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung in ganz Berlin verboten wird. Die im Jahr 2014 gegründete Arbeitsgruppe des Bezirksamtes gegen diese Art von Werbung hat eine Broschüre mit dem Titel "Sexism shouldn't sell" ("Sexismus sollte sich nicht verkaufen") veröffentlicht, in der Berlinerinnen und Berliner einen Handlungsleitfaden zum Vorgehen gegen sexistische Werbung finden.

Sexistische Werbung suggeriere eine Botschaft, dass alle Frauen käuflich seien, wie das Produkt, das mit ihnen beworben werde. So werde die Ungleichheit der Geschlechter zementiert, ist in der Broschüre unter anderem zu lesen. Zudem sind Beschwerdestellen mit Kontaktdaten und zehn Kriterien aufgeführt, an denen man eine sexistische Werbung erkennen könne. Zum Beispiel, wenn die physische und/oder psychische Ausbeutung und Unterwerfung insbesondere von Frauen durch Männer explizit dargestellt sei/seien oder die Darstellungen zu Gewalt und Hass anstacheln. 

Betreffende Firmen sollen rote Karte bekommen

Berlinerinnen und Berliner werden vom Bezirk aufgerufen, sich mündlich oder schriftlich bei einem Unternehmen zu beschweren, das derartige Werbung nutzt. Hierfür wurde eine rote Karte beigelegt, die auch online heruntergeladen werden kann, mit der Aufschrift "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gerade mit Ihrer sexistischen, diskriminierenden und frauenfeindlichen Werbung eine Kundin verloren. Und Sie wissen: Eine Kundin zieht 10 weitere nach sich". Auch ein Sticker mit der Aufschrift "Sexism shouldn't sell" wurde beigelegt.

"Ich hoffe, dass die Broschüre auch für Bürger*innen und Initiativgruppen hilfreiche Informationen über Maßnahmen und Ansprechpartner*innen gegen sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung liefert", sagt die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann in der Pressemitteilung zur Broschüre.

Bereits im Jahr 2014 hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg diskriminierende, frauenfeindliche Werbung auf vier bezirkseigenen Werbeflächen verboten.