Berlin - Nicht nur das Bezirksparlament in Friedrichshain-Kreuzberg, das am heutigen Montag einen neuen Anlauf zur Konstituierung unternimmt, ist noch nicht arbeitsfähig. Auch für das neue Bezirksamt fehlt es an Personal. Die Grünen, die mit 22 Mitgliedern die stärkste Fraktion im Bezirksparlament stellen, können drei Mitglieder ins Bezirksamt schicken.

Doch allein Monika Herrmann als Bürgermeisterin steht fest. Nach Jana Borkamp, die für Finanzen und Kultur zuständig war und wieder in die Finanzverwaltung wechselte, hat jetzt auch Baustadtrat Hans Panhoff aufgegeben. Er werde nicht wieder als Kandidat antreten, sagte er der Berliner Zeitung. „Die Unterstützung auch aus meiner eigenen Fraktion ist dafür zu gering.“

Zu investorenfreundlich

Maßgebliche Leute aus der Partei, der Fraktion und aus dem Bezirksamt seien offenbar der Meinung, dass es geeignetere Kandidaten gebe. Ihm, so Panhoff, werde vorgeworfen, zu wenig politisch und zu sehr fach- und sachgerecht zu arbeiten. Panhoff ist spätestens seit dem Sommer 2014 im Bezirksamt umstritten. Ihm wird vorgeworfen, damals die Polizei zur besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule geholt zu haben, um diese räumen zu lassen.

Auch im seinem Amtsbereich Stadtentwicklung gibt es Vorwürfe: Er sei zu investorenfreundlich und achte die Basisdemokratie nicht gebührend, heißt es aus allen Fraktionen. Wann das Bezirksamt gewählt werden kann, ist ungewiss. Möglicherweise kann die Wahl erst Anfang 2017 stattfinden, heißt es. SPD und Linke haben mit Andy Hehmke und Knut Mildner-Spindler ihre Stadtratskandidaten bereits benannt.