Friedrichshain: Linksradikale rufen in Internet-Video zu Chaostagen auf

Die linksradikale Szene mobilisiert nach Friedrichshain. Ab dem Himmelfahrtstag will sie „Diskussions- und Chaostage“ veranstalten. Seit Anfang Mai steht ein Mobilisierungsvideo im Internet, das als Aufruf zu Sachbeschädigungen zu verstehen ist. Zu Musikbegleitung werden Vermummte gezeigt, die Videokameras von Wänden reißen, Lampen zerstören und mit selbstgebauten Pump-Sprühern Fassaden mit Farbe bespritzen. Auch Brände werden gelegt.

Die „Diskussions- und Chaostage“ sollen vom 10. bis 13. Mai stattfinden. Zum einen soll diskutiert werden über „Strategien für weitreichende Kämpfe“, etwa über neue Strategien Häuser zu besetzen. Thematisiert werden unter anderem die Verdrängung Einkommensschwacher aus den Kiezen und der Kapitalismus.

Europaweit bekannte Hochburg

In einem anderen Video, das schon am 23. März hochgeladen wurde , wird zu „dezentralem Chaos“ an diesen Tagen und Nächten aufgerufen: „Kommt nach Friedrichshain und bekämpft das System!“ Hintergrund des Aufrufes, der seit Wochen in der Szene verbreitet wird: Am 14. Mai soll vor dem Berliner Landgericht erneut über eine Räumung der Autonomen-Kneipe „Kadterschmiede“ in der Rigaer Straße verhandelt werden.

Für die linksradikale Szene ist das ehemals besetzte Haus „Rigaer 94“ mittlerweile eine europaweit bekannte Hochburg. In den vergangenen Jahren hatte es in der Straße und dem Kiez immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei gegeben. Fassaden sanierter Häuser wurden beschädigt, Autos angezündet, Hinzugezogene eingeschüchtert.