Plötzlich waren sie einfach da. Auf einmal war die Samariterstraße in Friedrichshain gesperrt. Einfach dicht. Vor der schönen Kirche stehen nun in zwei Reihen Poller. Kein Durchkommen mehr. Genauso ein Stück weiter, in der Pettenkofer Straße, und in einer weiteren Straße sind die Poller so gesetzt, dass man nicht mehr geradeaus fahren kann, sondern abbiegen muss.

Auch in Kreuzberg wurden neue Poller aufgestellt - Warum wurden die Anwohner nicht informiert?

Das sorgt natürlich für Ärger. Die Autofahrer hupen, und mache Anwohner wissen nicht, was da los ist. Die einen reden von Schwachsinn, weil sie nun nicht mehr durch den Kiez fahren können. Die anderen sind begeistert, weil endlich der Durchgangsverkehr sinken soll. Denn für die Autofahrer von den viel befahrenen Straßen rundherum lohnt es sich nicht mehr, durch das dicht bewohnte Gebiet abzukürzen.
Das scheint, eine gute Idee zu sein. Blöd nur, dass viele im Kiez vorher nicht so richtig von dieser möglicherweise guten Idee wussten.

Zwei neue Sperren wurden auch in Kreuzberg aufgestellt. Im Internet findet sich eine Pressemitteilung mit des Bezirksamtes: „Die Diagonalsperren im Samariterkiez und im Wrangelkiez sind ein wichtiger Baustein für die Mobilitätswende in unserem Bezirk. Auf Wunsch der Anwohner*innen verringern wir den Durchgangsautoverkehr im Wohngebiet und sorgen für mehr Verkehrssicherheit für schwächere Verkehrsteilenehmer*innen.“
Aber warum wurden die Anwohner nicht informiert? Es schaut doch nicht jeder jeden Tag im Internet bei den Pressemitteilungen im Bezirksamtes nach. Warum hat der Bezirk nicht einfach Mitteilungen ausgedruckt und an jede Haustür gehängt?

Auch Fremde wissen jetzt über die Poller Bescheid - schön für die Anwohner

„Genau das haben wir machen lassen“, sagt Bezirksamtssprecherin Sara Lühmann. „ Hunderte Blätter wurden in die Hauseingänge gehängt – bereits Anfang August.“

Dort standen auch Telefonnummern des Amtes drauf, die auch reichlich angerufen wurden. Also haben auch sehr viele Zettel an den Türen gehangen. Aber nicht überall.
Die wurden dann wohl von Anwohnern abgerissen, die das Projekt nicht gut finden oder die keine Zettel an der Haustür mögen oder es waren ordnungsliebende Hausmeister.

Noch wichtiger ist aber, dass Fremde endlich Bescheid wissen: also jene Transitreisenden, die gern durch diese Kieze abkürzen wollen. Und tatsächlich: Einige Routenplaner zeigen bereits einige Sperren an.

Wie schön für die Anwohner.