In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain haben erneut Dutzende Vermummte randaliert. In der Nacht zum Samstag flogen Flaschen und Steine, auch Böller wurden gezündet. „Eine Polizistin wurde leicht verletzt“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Autos und ein Toilettenhäuschen gingen in Flammen auf. Mit einem Großaufgebot beruhigte die Polizei die Lage. Die Beamten waren am Samstagmorgen noch damit beschäftigt, die Vorfälle aufzuarbeiten.

Polizisten angegriffen in der Rigaer Straße

„Es sieht ziemlich wüst aus“, berichtete ein dpa-Reporter am frühen Morgen. Auf Fotos war eine umgeworfene Mülltonne zu sehen. Zahlreiche Pflastersteine lagen lose auf dem Boden. Warum es zu der Randale kam, war zunächst unklar. Die Rigaer Straße ist immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei. Dabei werden auch häufig Polizisten und Streifenwagen mit Steinen angegriffen. Die Behörden zählen die Gegend um die Rigaer Straße zu den Bereichen mit besonders viel Kriminalität.

Auch die Berliner Politik beschäftigt die dortige Situation regelmäßig. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Burkard Dregger, verurteilte die jüngste Attacke auf Polizisten. Die Christdemokraten wollten am Samstag auf ihrem Landesparteitag ihren „Aktionsplan gegen linke Gewalt“ beschließen. Dregger sieht Innensenator Andreas Geisel (SPD) in der Pflicht: „Der Innensenator muss erklären, wie er die Gewalt in der Rigaer Straße schnell, effektiv und dauerhaft unterbinden will.“

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja sagte, die Angriffe zeigten, „wie man Toleranz auch falsch verstehen kann“. Der rot-rot-grüne Senat schaffe es nicht, in der Rigaer Straße Recht und Gesetz durchzusetzen. „Hausbesetzungen, Brandstiftungen und Angriffe auf Polizisten sind kein legitimes Mittel des sozialen Aufstands, sondern Straftaten“, so Czaja. „Diese müssen konsequent geahndet werden.“ (dpa)