Kurze Transportwege, keine aufwendigen Kühlketten – aus dem Wasser quasi direkt auf die Ladentheke. In Sachen Fisch darf dies in Berlin als Seltenheit gelten, für den sogenannten Hauptstadtbarsch trifft es indes zu. Denn der ist Tempelhofer, ein gebürtiger sogar.

In der ehemaligen Mälzerei in der Bessemerstraße betreibt die Firma ECF Farmsystems Europas größte innerstädtische Aquaponik-Farm, in der Fischaufzucht und Gemüseanbau kombiniert werden. So werden dort in 13 großen Becken einerseits Barsche gezüchtet. Andererseits wird das mit wertvollen Nährstoffen angereicherte Wasser in das angrenzende Gewächshaus geleitet und versorgt unter anderem Kohl-, Tomaten- und Paprikapflanzen mit natürlichem Dünger.

700 Fische wöchentlich

So entstehen in Tempelhof jährlich 30 Tonnen Gemüse und eben auch 25 Tonnen jenes biologisch korrekt und völlig medikamentenfrei aufgewachsenen Buntbarschs, der es als Hauptstadtbarsch unter Kennern bereits zu einiger Bekanntheit gebracht hat.

„Wir liefern wöchentlich 700 Fische aus“, sagt Firmengründer Christian Echternacht. Zu den Kunden gehören das Frische-Paradies, die drei Berliner Metro-Hallen und neuerdings auch jene 85 Kaiser’s-Filialen in der Stadt, die über eine Frischfischtheke verfügen. Eine exklusive Kundschaft, denn die 25 Tonnen Fisch seien damit komplett verkauft, so der 45-Jährige. An eine Vergrößerung der Firma in Berlin ist dennoch nicht gedacht. Wohl aber will ECF sein Farmkonzept weltweit verkaufen. Dafür übernehmen die Tempelhofer die Planung und übergeben schlüsselfertig. 2015 entstand eine erste Farm in der Schweiz. In diesem Jahr sollen weitere in Brüssel und Wien eröffnen.