Polizisten nehmen in der privaten Schlosspark-Klinik eine Person fest.
Foto:  dpa/Paul Zinken

BerlinNach dem Tötungsdelikt an dem Arzt Fritz von Weizsäcker sucht die Mordkommission nach weiteren Zeugen. 

Die Ermittler fragen:

  • Wer hat am Dienstag, 19. November 2019, ab 18 Uhr an der Veranstaltung „Fettleber - (k)ein Grund zur Sorge“ in der Schlosspark-Klinik, Heubnerweg 2, 14059 Berlin, teilgenommen und stand noch nicht in Kontakt mit der 8. Mordkommission?
  • Wer hat an diesem Tag zwischen 17 und 18 Uhr als Besucherin oder Besucher auf dem Klinikgelände ungewöhnliche Beobachtungen gemacht?

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Der Chefarzt der Berliner Schlosspark-Klinik war am Abend des 19. November bei einem Vortrag erstochen worden. Ein Zuhörer war mit einem Messer auf den 59-Jährigen losgegangen. Für den renommierten Mediziner kam jede Hilfe zu spät.

Der Angreifer soll die Tat geplant haben, er kaufte sich laut Staatsanwaltschaft ein Messer in Rheinland-Pfalz und fuhr mit der Bahn nach Berlin zu dem Vortrag. Der 57-Jährige wurde inzwischen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Dennoch suchen die Ermittler weitere Teilnehmer der Veranstaltung. Sie sollen zum Tathergang befragt werden, hieß es im Landeskriminalamt. Unmittelbar nach dem Mord hatten die meisten Zuhörer den Saal verlassen.

Täter handelte „wahnbedingt“

Der Täter soll „wahnbedingt“ eine Abneigung gegen die Familie haben. Wahnkranke leben nach Experteneinschätzung in einer eigenen Realität mit falschen Überzeugungen. Gegen den Mann werde derzeit wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Tod des Mediziners hatte deutschlandweit Erschütterung ausgelöst. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihr Beileid bekundet und von einem „entsetzlichen Schlag für die Familie“ gesprochen.