Eichhörnchen kommen in Berlin auf Grund des milden Wetters nicht richtig zur Ruhe.
Foto: imago images/Andreas Gora

BerlinDie frühlingshaften Temperaturen im Februar können Berlins Wildtiere in ihrer Winterruhe irritieren. „Eichhörnchen, Waschbären oder Insekten kommen nicht richtig zur Ruhe“, sagte Derk Ehlert, Wildtierexperte der Berliner Senatsumweltverwaltung. Auch Stadtvögel hätten bereits zwei Wochen früher zu singen begonnen als üblich. Manche bereiteten sogar schon den Nestbau vor. Komme nun noch einmal Frost, verlören sie ihre Brut.

Normalerweise halten bestimmte Wildtierarten bis in den März hinein Winterruhe. Anders als Winterschläfer wie Igel werden Tiere mit Winterruhe - zum Beispiel Eichhörnchen - in den Wintermonaten ab und zu mal wach. Dabei verlieren sie aber wenig Energie. Milde Temperaturen in den Wintermonaten verursachen bei den Tieren jedoch eine höhere Aktivität und damit auch einem stärkeren Energieverlust, den sie nicht ausgleichen können.

Winterstarre zu früh verloren

Eichhörnchen suchten zum Beispiel vermehrt nach verbuddelten Vorräten, sagte Ehlert. Auch Bienen, Hummeln und sogar schon Schmetterlinge flögen umher, weil sie durch das milde Wetter zu früh ihre übliche Winterstarre verloren haben. Aber noch fehlt es an Nahrung für sie, weil die Natur noch nicht genug Blüten bietet.

Ehlert rechnet auch mit einer verfrühten Krötenwanderung - falls auch die Nachttemperaturen über acht Grad liegen. Irritiert seien darüber hinaus sibirische Wildgänse, die zurzeit bei ihren Flügen über Berlin zu hören sind. Normalerweise wären sie jetzt noch in ihrem Winterquartier an der holländischen Grenze. Das milde Wetter locke sie früher Richtung Osten, berichtete Ehlert. Doch bei Frost flögen sie dann wieder zurück gen Westen. „Das alles kostet sie Energie.“

Der Wildtierexperte kennt das zu frühe Frühjahr bereits als Phänomen aus Erfahrungen vor rund zehn Jahren. Die Gefahr sei, dass Tiere durch die Ruhelosigkeit zu viel Gewicht verlören und durch diese Schwächung auch anfälliger für Krankheiten seien, sagte er. Erwachsene Insekten würden oft sterben - und fehlen dann als Nahrung für andere Tiere. (dpa)