Natürlich ist es noch viel zu früh. Die Schafskälte steht noch aus, und davor kommen wirklich nur Amateure auf die naiv-kühne Idee, ihre Balkone mit Sommerblumen zu bepflanzen, die Kälte nur schlecht oder eher gar nicht vertragen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Wer zu früh pflanzt, pflanzt zweimal. Da die Auswahl zur Freizeitgestaltung momentan leider arg eingeschränkt ist, steht nun aber in Folge einer Kurzschlussreaktion allerhand Grünzeug auf dem Balkon – zwar bereits eingebuddelt in frische Erde in Kästen und Töpfen, aber noch umhüllt von Jutestoff und Luftpolsterfolien, die bei Umzügen immer so schön ploppen.

Die Idee dahinter war, angefacht von kurzzeitig milden Frühlingstemperaturen: Wenn es blüht, ist der Winter vorbei. Das hat angesichts nächtlicher Temperaturen um den Gefrierpunkt nur so mittelgut geklappt. Trotzdem ist es jetzt schön zu sehen, wie sich die Pflanzen jedem Sonnenstrahl entgegenrecken – und allemal unterhaltsamer als die noch ziemlich trübe Stimmung auf den Balkonen der Nachbarschaft. Auf ein paar Brüstungen hängen Kübel, die dort immer hängen, weil sie niemals abgehängt werden, da sie auch niemals frisch bepflanzt werden, weil sie ganzjährigen und anspruchslosen (allein das Wort!) Efeu beherbergen. Wie uninspiriert!

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