Berlin - Klima, Mobilitätswende und Vielfalt: Das sind die Themen, mit denen die Grünen vor allem auch in der Wahl zur Berliner Bezirksverordnetenversammlung überzeugen konnten. Die Partei stellt nach der Wahl statt zwei nun fünf Bezirksbürgermeister und Bezirksmeisterinnen in Berlin. In Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg konnten die Grünen ihren Vorsprung als stärkste Kraft ausbauen, hinzu kommen die Wahlsiege in Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg.

In Tempelhof-Schöneberg war es knapp: Die Grünen liegen mit 23,6 Prozentpunkten vor der SPD und der bisherigen Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die 23,5 Prozent der Stimmen erhielt. Jörn Oltman, bislang Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen, übernimmt somit das Amt. Seine Schwerpunkte sind bezahlbarer Wohnraum und Vielfalt.

In Charlottenburg-Wilmersdorf ist das Ergebnis eindeutiger: Die Grünen gewinnen im Vergleich zur Wahl 2016 5 Prozent, während die SPD 2,9 Prozent der Stimmen verliert. Damit liegen die Grünen relativ überraschend mit insgesamt 24,8 Prozent 2,6 Prozentpunkte vor der SPD und 2,9 Prozentpunkte vor der CDU, die mit Heike Schmitt-Schmelz sowie Judith Stückler ins Rennen gingen. Die Grünen traten dagegen in einem Trio an. Kirstin Bauch will sich für Verbesserungen im Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystem einsetzen, Dagmar Kempf stellt Kultur in den Vordergrund, und der bisherige Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger nennt den klimaneutralen Umbau der Städte als Ziel. Wer das Amt bekleidet, ist noch nicht klar. Er rechne mit einem  längeren Entscheidungsprozess, teilte ein Sprecher mit.

Statt fünf stellt die SPD damit nur noch drei Bezirksbürgermeister: in Spandau, Treptow-Köpenick und Neukölln. In Neukölln bleiben die Sozialdemokraten mit 28,7 Prozent eindeutig stärkste Kraft, obwohl sie sich im Vergleich zu 2016 etwas verschlechtert haben. In dem Bezirk stellt die SPD bereits seit 20 Jahren die Bezirksbürgermeister.

In Pankow sind die Grünen mit 24,7 Prozent und einem Zugewinn von 4,1 Prozent Wahlsieger. Die neue Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch will sich für eine Verkehrswende und für Klimagerechtigkeit auf kommunaler Ebene einsetzen. Einen besonderen Fokus legt sie dabei auf den Erhalt von Grünflächen. Sie löst Sören Benn (Linke) ab, der mit 19,4 Prozent weniger Verluste als die SPD verschmerzen muss. 

In Friedrichshain-Kreuzberg wird Clara Herrmann grüne Bezirksbürgermeisterin und löst ihre Parteikollegin Monika Herrmann ab, mit der sie nicht verwandt ist. In Mitte bleibt Stephan von Dassel im Amt, dessen Politik in der eigenen Partei umstritten ist.