Trotz des Kriegs in der Ukraine – oder gerade deshalb: Die Fernbusse, die das deutsche Unternehmen Flix wieder in das osteuropäische Land fahren lässt, werden in beiden Richtungen gut genutzt. „Wir sehen eine große Nachfrage nach den Linien aus der und in die Ukraine“, sagte Unternehmenssprecher Sebastian Meyer am Mittwoch der Berliner Zeitung. „Die Buchungszahlen steigen weiter. Derzeit sind die meisten Flixbusse auf diesen Verbindungen voll besetzt.“ Nun prüft die Fernbusplattform, die Fahrkarten für die Busse von beauftragten Subunternehmen vermittelt, ob der Ukraine-Verkehr ausgeweitet wird.

Wer von Berlin mit dem Flixbus nach Lutsk, Riwne, Zhytomyr oder in die Hauptstadt Kiew reisen möchte, bekommt zwei Routen angeboten, die in beiden Fällen ein Umsteigen in Polen erfordern. Für die Verbindung über Warschau heißt es an diesem Mittwoch: „Aufgepasst! Es ist nur noch ein Platz verfügbar“ – je nach Startpunkt in Berlin für einen Grundpreis von 44,98 oder 60,98 Euro. Für die zweite Route ab Berlin, die über Kattowitz führt, ist zu lesen: „Fahrt ist leider ausgebucht“.

Manuel Genolet
Anzeige am Bahnhof Berlin Südkreuz. Die Reisenden in die Ukraine müssen allerdings in Polen umsteigen.

Auch an diesem Donnerstag und Freitag gibt es nur noch wenige Fahrkarten von Berlin in die Ukraine, wobei auch dann der niedrigste Grundpreis laut Buchungsportal 44,98 Euro beträgt. Deutlich besser sieht es in beiden Richtungen am Wochenende aus. Laut Fahrplan dauern die Reisen mit den Bussen, die in Berlin am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Charlottenburg, am Bahnhof Südkreuz und am Flughafen BER halten, je nach Ausgangspunkt und Verbindung zwischen 24 und knapp 27 Stunden.

Flixbus ist seit 2019 in der Ukraine tätig und steuerte bis in den Februar hinein 29 ukrainische Ziele an. Mit Beginn des russischen Angriffskriegs endete der Ukraine-Verkehr. Am 14. April wurden die Routen nach Kiew sowie nach Zhytomyr, Riwne, Winnyzja, Uman, Chmelnyzkyj und Ternopil wieder aufgenommen. Insgesamt gibt es acht direkte internationale Flixbus-Verbindungen für Reisende von Polen, Tschechien und Ungarn in die Ukraine. Vom 28. April an werde es eine neue zusätzliche Flixbus-Verbindung von Kiew nach Budapest geben, teilte das Unternehmen weiter mit.

„Alle Buspartner auf den ukrainischen Linien sind ukrainische Unternehmen. Die Entscheidung, den Betrieb auf ausgewählten Verbindungen wieder aufzunehmen, wurde gemeinsam mit ihnen getroffen“, berichtete Flix-Sprecher Meyer. „Abhängig von den Sicherheits- und Infrastrukturbedingungen in der Ukraine werden wir weitere Entscheidungen über die Ausweitung unseres Angebots treffen.“ Dem Unternehmen gehe es darum,  Menschen zu helfen, nicht um wirtschaftliche Aspekte. So gebe es Freifahrten und  Hilfsgütertransporte. Meyer: „Flix ist sich der Wichtigkeit von Mobilität für die ukrainische Bevölkerung in Kriegszeiten voll und ganz bewusst.“

Auch mit der Bahn sind weiterhin Reisen in die Ukraine möglich. Verbindungen gibt es über Warschau, die polnische Grenzstadt Przemysl und Wien.