Berlin - Es ist Zeit für Fußball und trotzdem vertragen sich Fabian Lustenberger von Hertha BSC und Michael Parensen von Union Berlin. Das Wunder haben die Veranstalter des Fußballfilmfestivals „11 mm“ im Kino Babylon vollbracht, die Lustenberger und Parensen in die Jury ihres Kurzfilmwettbewerbs „Shortkicks“ lockten. Am Montagabend schauten sie sich gemeinsam mit anderen Jurymitgliedern, darunter Schauspielerin Jasmin Tabatabai, die nominierten Filme an. Jasmin Tabatabai erzählte am Rande der Preis-Gala, dass sie weder Anhängerin von Hertha noch von Union ist: „Ich bin Bayern-Fan. Allerdings finde ich es auch wichtig, dass in Berlin erstklassig gespielt wird.“

Die zehnte Ausgabe von „11 mm“ nahmen die Festival-Organisatoren um Birger Schmidt zum Anlass für zwei Sonderpreise. „Bester Fußball-Spielfilm aller Zeiten“ wurde „Fimpen, der Knirps“, „Bester Fußball-Dokumentarfilm aller Zeiten“ ist „Maradona par Kusturica“.

Eröffnet hatte den Abend Philip D. Murphy, der fußballbegeisterte US-Botschafter, zu dessen wichtigsten Wünschen für dieses Jahr der Wiederaufstieg der Hertha in die erste Fußballbundesliga gehört. Murphy erzählte, dass ihm und seiner Frau in den Staaten eine Profi-Frauenfußball-Mannschaft gehört. Fußballerisch macht die ihm viel Freude, finanziell hatte er schon bessere Ideen, wie er zugab.

Als sich Birger Schmidt vor zehn Jahren auf Filmmärkten nach Fußballfilmen für sein Festival erkundigte, erntete er irritierte Blicke. Ein ganzes Festival mit Filmen über Fußball? Der arme Irre! Und so kamen dann auch sämtliche Wettbewerbsteilnehmer für die erste Ausgabe aus dem fußballverrückten Großbritannien.

Dieses Jahr stammen die Filme aus 48 Ländern, darunter Indien, Nepal und Deutschland. Eine Dokumentation über 50 Jahre Bundesliga erzählt Geschichten aus fünf Jahrzehnten der höchsten deutschen Fußballliga. Darunter ist die Erklärung dafür, dass einem im Vereinslokal von Werder Bremen heute noch ein Pils und ein Malteser serviert werden, wenn man einen „Ahlfelder“ bestellt: Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlfelder hatte am 8. November 1975 im Weserstadion alkoholbedingt verwirrt die erste Halbzeit des Spiels gegen Hannover 96 nach 32 Minuten abgepfiffen. Dann ließ er aber doch weiter spielen und pfiff die Halbzeit 90 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit endgültig ab. Legendär war seine Erklärung, er habe zum Essen ein Bier und einen Malteser getrunken.

Bei der Preisgala im Babylon gehörten auch die Sänger Thees Uhlmann (der sehr schön mit dem Mädchenchor des John-Lennon-Gymnasiums sang) und Nick Howard (er hat bei „Voice of Germany“ gewonnen) zu den Juroren. Ins Finale hatten es die Fußballkurzfilme „Halfline“ von Jung Young-Sam (Korea), „Aufstieg und Fall“ von Oliver Heine (Deutschland), „Home, Away“ von Wassim Sookia (Mauritius), „Die Sprache des Rasens“ von Marion Huetter (Deutschland), „The Whistle“ von Grzegorz Zariczny (Polen) und „Meine Beschneidung“ von Arne Ahrens (Deutschland) geschafft (Preisträger auf www.11-mm.de).