G20-Inhaftierte sollen freigelassen werden: Berliner Autonome drohen mit weiteren Brandanschlägen

Berlin - Sie fuhren nach Hamburg, um zu protestieren und zu randalieren. Die Polizei nahm bei den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel Hunderte Menschen fest. 35 von ihnen sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft. Jetzt wollen Berliner Autonome ihre Gesinnungsgenossen mit Brandanschlägen freipressen.

In der Nacht zu Mittwoch geht in der Straße Alt-Friedrichsfelde in Lichtenberg ein Lkw einer Baufirma in Flammen auf. Jetzt ist ein Bekennerschreiben einer autonomen Gruppe aufgetaucht.

„Ja, wir sind Chaot*innen und wollen nicht nur eure Nächte in Brand stecken sondern auch euren Alltag“, heißt in dem auf einer linken Szene-Seite veröffentlichten Schreiben.

Die Autonomen wollen ein Zeichen der Solidarität setzen

Und weiter: „In der Nacht zu Mittwoch dem 26.7. wurde ein LKW einer Firma in Berlin Lichtenberg in Brand gesetzt, die nicht nur in Friedrichshain die CG Gruppe beim Umbau der Städte in Quartiere für Eliten und zukünftige Elendsviertel unterstützt.“

Dann sprechen die Brandstifter ihre in Hamburg inhaftierten Kollegen direkt an: „Dies ist für uns ein geringes Zeichen der Solidarität, die wir allen Kämpfer*innen, die im Zuge der G-20-Proteste inhaftiert und verfolgt wurden und werden, senden.“

Man werde auch weiterhin Autos anzünden, solange nicht alle Gefangenen wieder auf freiem Fuß seien, heißt es auf der Seite weiter. Man könne „angreifen wann und wo wir wollen, immer und überall!“

709 Polizisten wurden bei den schweren Krawallen verletzt

Von ursprünglich 51 im Zusammenhang mit den Hamburger Krawallen angeklagten Personen sitzen noch 35 in Untersuchungshaft. Bei ihnen handelt es sich um Männer zwischen 19 und 56 Jahren, die aus 15 Nationen kommen, darunter auch drei Italiener, drei Franzosen und zwei Russen.

15 der Männer leben in Hamburg, sechs in Nordrhein-Westfalen und drei in Baden-Württemberg. Insgesamt 709 Polizisten wurden bei den schweren Krawallen Anfang Juli verletzt, neun davon schwer.