G20-Protest: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Drohbriefen gegen Linksautonome

In den vergangenen Wochen haben Linksautonome in Berlin anonyme Drohbriefe erhalten. Diese enthalten „Drohungen gegen 42 vollnamentlich erwähnte Menschen“, heißt es auf der linken Webseite Indymedia.

Die Briefe enthalten Bilder und Angaben zu einzelnen Personen – und die Drohung, diese Daten an Rechtsextreme und die Polizei weiterzugeben. Die linke Szene vermutet, dass einige der Angaben aus Polizeikreisen stammen. Es handle sich laut Indymedia um „Lichtbilder aus erkennungsdienstlichen Behandlungen des Berliner LKA bzw. Personalausweisfotos mit teilweise zutreffenden, meist verleumderischen Kommentaren aus Datenspeicherungen“. 

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass man den Fall untersuche:„Das Landeskriminalamt ermittelt wegen dieser Briefe. Einige davon wurden als Beweismittel sichergestellt“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen wurden vom LKA 3 übernommen, den Spezialisten für Wirtschaftskriminalität und Korruption. Damit soll eine unabhängige Stelle in der Behörde prüfen, ob Polizisten an den Drohungen beteiligt waren.

Nach dem G20-Gipfel in Hamburg hatten die Behörden Bilder mutmaßlicher Randalierer veröffentlicht. Berliner Linksautonome reagierten darauf. Sie veröffentlichten Fotos von Polizisten, die an den Räumungen in der Rigaer Straße beteiligt gewesen sein sollen. (BLZ)