Berlin - Bei Moni war der Schmerz am größten. Moni war eine Erzieherin meines großen Sohnes, die uns von einem Tag auf den anderen verlassen hat. Tags zuvor haben wir uns wie immer fröhlich verabschiedet: „Bis morgen!“ Am nächsten Morgen war Moni weg. Sie hatte gekündigt, ohne die Eltern und Kinder einzuweihen. Moni war Anfang 50, hatte blondiertes und toupiertes Haar, war solariumgebräunt, tätowiert, trug lange Kunstnägel und war der herzlichste Mensch, der mir je begegnet ist. Sie war eine einfühlsame, liebevolle, stets vergnügte Erzieherin. Man fühlte sich sogar als Erwachsener in ihrer Nähe geborgen. 

Damals habe ich geweint vor Kummer und mir geschworen, niemals wieder mein Herz an eine Erzieherin zu verlieren. Kurz nach Moni war Steffi verschwunden, ebenfalls ohne Ankündigung und Abschied. Beide Betreuerinnen waren wohl mit der Kita-Leitung unzufrieden. Dieses Erzieherinnen-Ghosting sollte mir und meinen Kindern noch öfter widerfahren. Damals stand die Existenz der kleinen Kita auf dem Spiel, weswegen wir wechselten. Auch in der neuen Kita war eine Erzieherin plötzlich weg. Und kurz darauf die Nächste.

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