Berlin-MitteDie Große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum steht entwürdigt wie noch nie seit fast 200 Jahren da – beschmiert mit obszönen und vulgären Ausdrücken. Als sie aus einem einzigen Stein geschaffen wurde, sah man sie nicht nur als Meisterwerk der Steinmetzkunst, sondern als Beleg dafür an, dass der Mensch mit seiner Technik die rohe Natur in eine schöne, edle Form zu bringen vermag. Granit begeisterte die Zeitgenossen als Ewigkeitsgestein, als vaterländisches Symbol. Jenseits solcher Symbolik erlebten die Berliner die Abspaltung des Rohlings von einem märkischen Riesenfindling, den Transport über Land und Fluss, die maschinelle Bearbeitung mit einer Dampfmaschine und die Aufstellung an einem öffentlichen Ort zur Freude des gesamten Volkes als unvergleichliches Spektakel.

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