Gaslaternenmuseum: Im Tiergarten verschwinden die Gasleuchten, sie kommen ins Technikmuseum

Seit fast vier Jahrzehnten befindet sich das Gaslaternenmuseum am S-Bahnhof Tiergarten. An den Parkwegen hin zur Unteren Schleusenbrücke stehen fast 100 Lampen aus 25 deutschen sowie 11 europäischen Städten. Was bisher nur als Idee des Senats diskutiert wurde, ist nun entschieden:

Die europaweit einmalige Open-Air-Ausstellung wird am Tiergarten abgebaut und ins Deutsche Technikmuseum nach Kreuzberg umziehen. Das sagte Petra Rohland, die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), der Berliner Zeitung.

Vandalismus als Grund

Hauptgrund für die Verlagerung des Gaslaternenmuseums seien vor allem die ständigen Vandalismusschäden aber auch ein vergleichsweise hoher Wartungsaufwand an dem öffentlich zugänglichen Ort, sagte die Sprecherin. Das Landesdenkmalamt sowie die Denkmalschutzbehörde des Bezirks Mitte haben laut Senat den Umzug befürwortet. „Dem Bezirk wurde auch schon ein Vorschlag für eine alternative Beleuchtung im Tiergarten anstelle des Gaslaternenmuseums unterbreitet“, sagte Petra Rohland.

Die Proteste von Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) sowie des Bezirksparlaments Mitte, die den Erhalt des Gaslaternenmuseums am jetzigen Standort gefordert hatten, blieben damit erfolglos. Hanke hatte an Senator Geisel im März geschrieben, dass ohne Not ein Ort aufgegeben werde, der international in Stadtführern stehe.

Er räumte aber ein, dass sich die Museumsanlage in einem trostlosen Zustand befinde. Aber nicht wegen Vandalismusschäden, sondern wegen fehlender Wartung durch den Senat. Zudem befürchtet der Bezirk, dass ein Teil der Lampen nun in den Depots des Technikmuseums verschwinden könnte. Auch Berlins Tourismus-Chef Burkhard Kieker hatte sich dafür stark gemacht, das Lampenmuseum im Großen Tiergarten zu belassen.

Zahlreiche Masten leer

Tatsächlich bieten die Gaslaternen derzeit einen erbärmlichen Anblick. Zwar tragen die Lampen schöne Namen wie Bischofsstab oder Großer Galgen. Doch an vielen Standorten sind nur noch die gusseisernen Säulen zu bewundern, die Gaslampen selbst fehlen an mehr als einem Dutzend Masten. Sie wurden abmontiert, um sie vor Vandalismus zu schützen. Andere Lampen sind beschädigt, etwa ein Exemplar aus Brüssel. Oft ist das Glas zerstört. Insgesamt ist etwa die Hälfte der Laternen reparaturbedürftig.

Das Technikmuseum ist bereit, die Ausstellung in ihren zwölf Hektar großen Museumspark aufzunehmen, wie eine Sprecherin sagte. Ziel sei es, möglichst viele Gaslaternen in einem ähnlichen Umfang wie im Tiergarten zu zeigen. Frei zugänglich und kostenfrei zu besichtigen – wie jetzt am S-Bahnhof Tiergarten – wäre die Ausstellung dann aber nicht mehr. Auch das hatte Bürgermeister Hanke kritisiert.

Wann die Gasleuchten abgebaut werden, steht noch nicht fest, voraussichtlich Ende 2016/Anfang 2017 wird damit begonnen. Details werden jetzt zwischen Senat und Technikmuseum abgestimmt. Die Kosten für den Umzug und die Rekonstruktion der Lampen übernimmt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, so Petra Rohland.