Der Senat hat im Karstadt am Hermannplatz den „ersten Re-Use-Store“ Berlins eröffnet, wie Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, mitteilte.
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Berlin - Gebrauchtwaren zu kaufen ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Hunderte von Trödlern und Gebraucht-Kleidungshändlern in der Stadt leben davon. Wohlfahrtsinstitutionen finanzieren sich mit diesem Geschäftszweig. Anfang August hat die BSR die „Noch-Mall“ eingerichtet, in der bei ihren Recyclinghöfen abgelieferte, noch gut brauchbare Waren wieder zum Verkauf gestellt werden. Nun hat der Senat im Karstadt am Hermannplatz den „ersten Re-Use-Store“ Berlins eröffnet, wie Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, mitteilte.

„B-Wa(h)renhaus“ wird die 660 Quadratmeter große Halle genannt, in der private Anbieter gebrauchte Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Möbel verkaufen. Stattfinden sollen im nächsten halben Jahr hier auch Informationsveranstaltungen und Workshops, so weit es die Covid-19-Pandemie zulässt. Außerdem befinden sich hier Annahmestellen für kleinere Computer- und IT-Produkte sowie Retouren aus der Textil- und Lebensmittelproduktion.

Der Begriff „B-Wa(h)renhaus“ sei in einem Ideenwettbewerb ermittelt worden, den Sophie-Bernadette Röder gewonnen habe, so die Senatsverwaltung: „Wer gebrauchten Dingen ein zweites Leben gibt, vermeidet Abfall, spart Rohstoffe und schützt Umwelt und Klima, kurz: schützt und bewahrt unseren Planeten“, so Tidow. Beteiligt sind unter anderem Zweimalschön Charity Shop Berlin, rack’n white charity club, die NochMall, der ReUse Shop Köpenick, BRAL, UpCycle.Berlin, die BSR, die Berliner Stadtmission, das Veränderungsatelier „Bis es mir vom Leibe fällt“ und das Konsortium Cellomat / Interseroh.

Mit der Eröffnung wurden auch die Gewinner des nun schon dritten Kreativ-Wettbewerbs für Ideen, wie man Produkte noch besser in eine Kreislaufwirtschaft einbauen kann, ausgezeichnet: Etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer reichten mehr als 300 Projekte ein, die Preise erhielten Katja Weitzenböck, Schauspielerin und Markenbotschafterin der Kleiderstiftung e. V., und das Projekt „Nachhaltige Schul-T-Shirts für die Schule an der Wuhlheide“ vom Förderverein Freunde der Schule an der Wuhlheide e. V. unter der Vorsitzenden Malwine Bahlke, das Schul-T-Shirts von hoher Qualität an die nächste Klassenstufe weiterreicht, sowie Alessandra-Isabel Hager und Stefanie Barz, deren Website und App „LoopLook“ die verschiedenen Berliner Re-Use-Kleidungsläden vernetzt. Den ersten Preis erhielt Arianna Nicoletti für eine digitale Plattform, die „personalisierte Wege zur Reparatur, Wiederverwendung und zum Recycling von Kleidung in Berlin“ zusammenbringt.

Auf Anfrage der Berliner Zeitung bestätigte die Senatsverwaltung, dass die Miete für 660 Quadratmeter Karstadt-Fläche im dritten Obergeschoss inklusive Nebenkosten „rund 4600 Euro“ betrage. Das, so die Sprecherin, sei ein „angemessener Mietpreis“.