Berlin - Marcel Chartron und Wolfgang Kase stehen fassungslos vor dem Grabmal ihrer Vorfahren auf dem IX. Friedhof in Französisch-Buchholz. Der Zaun, der die Grabstelle umfasste, ist weg. Eine grüne Markierung wurde auf den Sockel gesprüht. Die Gräber nebenan sind dem Erdboden gleichgemacht, der Boden ringsum aufgewühlt. Hier haben in den letzten Tagen Bagger gewütet. Die Mauer auf dem Friedhof am Rosenthaler Weg, die aus historischen, teils opulent ausgestalteten Erbgräbern besteht, muss abgerissen werden. Sie ist nicht mehr standsicher, heißt es vom Pankower Grünflächenamt. Doch informiert wurden die Buchholzer über den drastischen Schritt nicht.

Mehrere Dutzend Menschen haben sich an diesem nasskalten Donnerstagmorgen auf dem Kirchhof eingefunden, sie wollen nicht hinnehmen, dass das kulturelle Erbe des Ortes, an dem einst Hugenotten siedelten, nun zerstört wird. Dort, wo die Straßen die Namen derer tragen, deren Ruhestätten nun niedergerissen werden, regt sich Protest.

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