Berlin - Obwohl die Corona-Krise den Nahverkehr geleert hat, wird das Angebot für die verbliebenen Nutzer aufgestockt. Damit Fahrgäste besser Abstand halten können, sollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bis zu 150 Busse zusätzlich einsetzen. Das Landesunternehmen wird ein Konzept erarbeiten, wie in Zeiten hoher Auslastung die Busfrequenz auf kritischen Linien erhöht werden kann.

Einen entsprechenden Auftrag werde die Senatsverkehrsverwaltung erteilen, teilte Behördensprecher Jan Thomsen am Dienstag mit. Das Thema war zuvor während der Senatssitzung besprochen worden. Am Dienstag will die Landesregierung das Buskonzept verabschieden.

„Der Senat verfolgt das Ziel, den Infektionsschutz im Nahverkehr zu erhöhen, indem durch bessere Verteilung der Fahrgäste das Abstandhalten erleichtert wird“, so Thomsen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sollen bereits von der kommenden Woche an erste zusätzliche Busse fahren. Während der Winterferien wird die BVG den Betrieb nicht ausdünnen. Vom 14. Februar an, wenn nach aktuellen Planungen die Schulen wieder schrittweise öffnen, sollen zwischen 100 und 150 Busse zusätzlich rollen. 

Senat zahlt fünf Millionen Euro

„Die Zahl der im Betrieb befindlichen Fahrzeuge wird damit um bis zu zwölf Prozent erhöht“, teilte der Sprecher von Senatorin Regine Günther (Grüne) mit. Die Linien stehen noch nicht fest. Dem Vernehmen nach sind stark belastete Strecken in Außenbezirken in der engeren Auswahl.

„Die BVG wird beauftragt, ein Hochlaufkonzept für die bis zu 150 zusätzlichen Fahrzeuge zu entwickeln, das sie mit eigenen Bussen, auch älteren nach Reparatur, und mit weiteren Bus-Anmietungen bei Fremdfirmen umsetzen soll“, so Thomsen. Dem Vernehmen nach seien im Berliner Umland noch Fahrzeuge verfügbar.

Die zusätzlichen Einsätze sind zunächst bis Ostern eingeplant, also bis Anfang April. Dafür stehen bis zu fünf Millionen Euro bereit, hieß es.

In den vergangenen Wochen hatte es trotz Corona immer wieder volle Busse gegeben. Betroffen waren unter anderem Busse, die auf stark frequentierten Linien das reguläre Angebot ergänzten. Meist hat die BVG dafür nur Zwölf-Meter-Busse zur Verfügung. Große Fahrzeuge sind Mangelware.