Es gab eine Zeit, da war die "Initiative Mediaspree versenken!" ein vielbeachteter Faktor bei der Umwandlung der ehemaligen Mauerstadt Berlin mit ihren Industriebrachen hin zu einer europäischen Dienstleistungsmetropole. Aktivisten von Bürgerinitiativen  schlossen sich zusammen mit dem Ziel, möglichst große Uferstreifen an der innerstädtischen Spree frei von Bebauung zu halten. 2008 strengten sie einen Bürgerentscheid an, bei dem sich 87 Prozent der Teilnehmer gegen eine flächendeckende Bebauung aussprachen.

Genutzt hat es nicht viel. Die Bagger rollten, nicht einmal der Bau eines Hochhauses auf der auch historisch  bedeutsamen Fläche zwischen der East Side Gallery, der ehemaligen Hinterlandmauer, und dem Fluss konnte verhindert werden.

„Betonmafia & Spekulanten versenken!“

Der Bürgerentscheid ist acht Jahre her. Die Initiative  "Mediaspree versenken!" gibt es noch. Allein schon, um darauf aufmerksam zu machen, haben die Aktivisten am Donnerstag an zwei Kreuzungen in der Stadt (Brückenstraße/Ecke Heinrich-Heine-Straße  in Mitte sowie Schlesischen/Ecke Falckensteinstraße in Kreuzberg) neue Groß-Plakate aufgehängt. Ihr Titel: „Betonmafia & Spekulanten versenken!“

Das  Motto klingt reichlich  altbacken, ist aber aktuell. Findet zumindest Sprecher Robert Muschinski. „Damals hat sich die Politik über den Bürgerwillen hinweggesetzt. Jetzt sind Wahlen, nun muss sie die Zeche  zahlen“, sagt er. Zugunsten der neuen Motive hat sich die Initiative von einem Plakat-Klassiker verabschiedet. 

NOlympia-Plakate im Museum

Im März 2015 hängte sie NOlympia-Plakate auf, schließlich hätte eine Olympia-Bewerbung auch die Spree tangiert.  Deutsche Ambitionen  für die Spiele 2024 sind bekanntlich Geschichte. Jetzt gehört das Plakat ins Museum. Das  kommunale FHXB (das steht für Friedrichshain-Kreuzberg)-Museum soll das Zeitzeugnis erhalten.