Berlin - „Die Schlussfolgerungen des Landesrechnungshofes sind wenig lebensnah und gehen am Problem der bundesweiten Konkurrenz um die besten Lehrer vorbei“, sagte Scheeres der Berliner Zeitung. Die Rechnungsprüfer hatten in ihrem jüngsten Bericht kritisiert, dass in Berlin alle angestellten Lehrer bereits bei Einstellung „übertariflich“ in die höchste Gehaltsgruppe aufsteigen. Damit verdienen sie bis zu 1200 Euro brutto mehr als angestellte Lehrer andernorts. Durch diese „unangemessene Zahlung“ entstehe dem Land Berlin ein Schaden von jährlich 24 Millionen Euro, monierten die Rechnungsprüfer und regten an, eine solch übertarifliche Zulage nur den Mangelfach-Lehrern zu zahlen.

Das höhere Einstiegsgehalt für alle neuen Lehrer hatte Ex-Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) vor drei Jahren durchgesetzt, um Pädagogen in Berlin zu halten. Denn anders als in den meisten anderen Bundesländern verbeamtet Berlin seine Lehrer nicht. Angestellte Lehrern verdienen dadurch im Laufe ihres Berufslebens netto deutlich weniger Geld. Diese auch von der GEW kritisch beäugte Regelung ist jährlich kündbar und tarifrechtlich fragwürdig. Scheeres glaubt aber, dass die Zulage durchaus wirkt. „Damit haben wir die Bewerberlage in den letzten Jahren relativ stabil halten können“, sagte sie. „Wir haben nicht erst abgewartet, bis die ausgeschrieben Stellen nachweislich nicht besetzt werden konnten.“ Berlin müsse auf dem Lehrermarkt konkurrenzfähig bleiben und wolle die Unterschiede zum Beamtenverhältnis dadurch teilweise ausgleichen.

Ein Grundschullehrer verdient nun bei Einstellung etwa 3850 Euro brutto, ein Studienrat 4250 Euro brutto. Weitere Steigerungen sind dann aber kaum mehr drin.