Berlin - Dass sich ein Lkw-Fahrer am Amtsgericht Tiergarten verantworten muss, weil er beim Abbiegen einen Radfahrer übersehen hat, geschieht leider nicht selten. Doch dass Radfahrer wegen fahrlässiger Tötung auf der Anklagebank sitzen, ist schon eher die Ausnahme. Am Donnerstag stand ein 24-jähriger Radler vor Gericht, der vor einem Jahr eine 86-jährige Frau angefahren hatte. Die Seniorin starb danach in einem Krankenhaus.

Der junge Mann heißt Johannes Z. und er gehört, wie es der Staatsanwalt am Donnerstag formuliert, eigentlich zu den besonnenen Radfahrern. Dieses „eigentlich“ schließt den 18. Juni des vergangenen Jahres aus. An jenem Tag war der damals 23-Jährige auf dem Hultschiner Damm in Mahlsdorf mit dem Fahrrad auf dem Weg zu seinem Praktikumsplatz, einer Zahnarztpraxis. Er war pünktlich zu Hause losgefahren und hatte es nicht eilig, berichtet er. Aber mit den Gedanken sei er schon bei der Arbeit gewesen, denn er habe in der Praxis unbedingt einen Ausbildungsplatz bekommen wollen. Deshalb wohl habe er an der Ecke Erich-Baron-Weg nicht auf den Verkehr geachtet und auch nicht auf die Ampel, die für ihn auf Rot stand.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.