Geldtransporter-Überfall in Berlin: Räuber flüchteten ohne Beute

Die Geldräuber vom Freitag sind scheinbar doch keine Profis. Das jedenfalls sagen Fahnder inzwischen. Die Räuber ließen eine der beiden erbeuteten Geldkisten am Tatort liegen, die zweite Kiste ließen sie in ihrem verunfallten Fluchtwagen zurück.

Wie berichtet, hatten die vier Täter am Freitagmorgen einen Geldtransporter überfallen. Sie rissen das Heck des Wagens auf, in dem sich zwei Metallkisten befanden. Einer der Behälter war mit den schwarzen Ziffern 03,184 beschriftet. Ihn ließen die Geldräuber noch am Tatort in der Schillingstraße mitten auf der Straße stehen. Den zweiten Behälter verstauten sie in einem schwarzen Mercedes der R-Klasse und fuhren mit diesem und einem schwarzen Audi über die Neue Grünstraße in die Feilnerstraße. Dort platzte der rechte Vorderreifen des Mercedes, so dass die Insassen zu ihren Komplizen in den Audi einstiegen. Dabei ließen sie die zweite Kiste zurück. Weshalb, ist unklar.

Polizei stellt zweites Fluchtfahrzeug sicher

Möglicherweise haben die Räuber auf ihre Beute verzichtet, weil Farbpatronen in den Kisten die Scheine unbrauchbar gemacht haben. Die Polizei kommentiert das allerdings nicht – mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Den zweiten Fluchtwagen entdeckte die Polizei im Zuge ihrer großangelegten Fahndung in der Nacht zum Sonntag in Kreuzberg. Eine Streife war aufmerksam geworden auf den Wagen, der zwischenzeitlich in die Werkstätten des Landeskriminalamtes gebracht wurde. Dort wird er, wie der Geldtransporter, ein beschossenes Polizeifahrzeug sowie der Mercedes-Fluchtwagen kriminaltechnisch untersucht.

Räuber weiterhin flüchtig

Die beiden Täterautos sollen zuvor vom Gelände eines Gebrauchtwagenhandels gestohlen und mit gefälschten Kennzeichen versehen worden sein. Das erfuhr die Berliner Zeitung aus den Sicherheitsbehörden. Besonderes Augenmerk richten die Ermittler jetzt auf die Auswertung der Fotos und Videos, die sie am Wochenende von Zeugen erhalten haben.

Der Geldraub ereignete sich am Freitagmorgen mitten im dichten Berufsverkehr. Die Täter schlugen in der Schillingstraße zu. Auf ihrer Flucht von Mitte nach Kreuzberg feuerten Täter mehrmals auf die sie verfolgenden Polizisten. Die Beamten erwiderten das Feuer nicht, gaben aber die Verfolgung auf. Zunächst deutete alles auf Täter aus der sogenannten Organisierten Kriminalität hin. Von den Räubern fehlt bislang jede Spur.