Berlin - Das gemeinsame Lernen von behinderten Schülern mit Mädchen und Jungen ohne Behinderungen „ist in Marzahn-Hellersdorf auf dem Weg“. Zu dieser Einschätzung kommt eine Studie über „Menschen mit Behinderungen 2011“ im Bezirk. Insgesamt 1513 Behinderte wurden zu ihren Lebensumständen, zu Wünschen und Problemen von März bis Mai 2011 vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg befragt.

Marzahn-Hellersdorf gilt als Vorreiter bei der Inklusion, dem gemeinsamen Lernen. Gab es 2007 dort noch sieben Sonderschulen, existieren jetzt nur noch je eine Sonderschule für geistig behinderte Kinder, eine für Körperbehinderte sowie eine Sonderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Der Großteil der 1400 Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischen Förderbedarf lernt heute in Grundschulen im Wohngebiet. Am Projekt INKA (Inklusion auf dem Weg) nehmen 15 von 28 Grundschulen im Bezirk teil, weitere sollen folgen.

Nach den Ergebnissen der Studie sieht das jedoch mehr als ein Drittel der Eltern skeptisch: 36 Prozent plädierten für getrenntes Lernen – um die bestmögliche Förderung der Kinder zu gewährleisten.

Bürgermeister Stefan Komoß (SPD), der auch Bildungsstadtrat ist, sieht’s gelassen: „Die Akzeptanz bei den Eltern ist hoch.“ Schließlich sei die Umfrage vor mehr als einem Jahr gemacht, als die ersten Inklusionsschulen eingerichtet wurden: „Inzwischen haben viele gute Erfahrungen gemacht.“ Es sei bisher von keinem Elternteil, deren behinderte Kinder eine INKA-Schule besuchten, ein Antrag über Aufnahme in eine Sonderschule gestellt worden. „Nach dem Berliner Recht könnten die Eltern das fordern.“