Gemüseladen „Bizim Bakkal“: Weiter Protest gegen Verdrängung im Wrangelkiez

Erneut haben sich Mittwochabend Anwohner und Unterstützer des Gemüseladens „Bizim Bakkal“ im Wrangelkiez versammelt. Dem Händler Ahmet Caliskan droht die Schließung Ende September. Diesmal kamen ungefähr 200 Menschen vor seinem Laden in der Wrangelstraße zusammen, um ein Zeichen gegen die drohende Schließung zu setzen. Caliskans Vertrag mit einem neuen Eigentümer des Hauses war nicht verlängert worden.

Wie jeden Mittwochabend mittlerweile hatten sie Schilder dabei, um ihre Solidarität auszudrücken. Außerdem hatten sie erstmals auch eine Bühne aufgebaut. Die Vereinigung „Für den Erhalt der Nachbarschaft im Wrangelkiez“, die sich gegen Verdrängung wehrt, hat nun auch einen Kiez-Spaziergang organisiert.

Der führte an einigen Objekten vorbei, darunter in Görlitzer und Sorauer Straße, die ebenfalls von Verdrängung bedroht sein sollen. Das sagten die Organisatoren, die als Hintergrund zu ihrer Aktion auch eine Karte ins Internet gestellt haben. Darin haben sie Objekte markiert und teils mit geschalteten Verkaufs-Anzeigen aus dem Web verknüpft. „So viele Menschen im Kiez haben schon Verdrängungserfahrungen gemacht, oder beobachten, wie in ihren Häusern Modernisierungsprozesse beginnen“, schreiben die Initiatoren dazu auf der Webseite der Aktionsgruppe. „Wir wollen zeigen, wie heftig der 'Angriff der Spekulanten' ist und wollen für all die Fälle Öffentlichkeit herstellen.“

Ahmet Caliskan hat am Abend auf der Bühne auch das Wort ergriffen. Er bedankte sich für die große Solidarität der Menschen, die Woche für Woche zu ihm halten. Er betonte, dass er mit dieser Situation nicht allein im Kiez ist und andere genauso betroffen sind wie er.
Wie in der vergangenen Woche war die Protestveranstaltung angemeldet und es gab teilweise Straßensperrungen durch die Polizei. (BLZ)