Berlin - Berlin muss Schulen schneller bauen, damit auch in Zukunft noch genug Schulplätze zur Verfügung stehen. Nun liegen die ersten Entwürfe für die Schnellbau-Schulen vor, einige Gebäude entstehen in Holzbauweise. Die Senatorinnen Katrin Lompscher (Bau, Linke) und Sandra Scheeres (Bildung, SPD) präsentierten zehn Projekte aus dem „Modellvorhaben zur Beschleunigung von Schulneubauten“ (MOBS).

Die Schulen sollen zwischen 2019 und 2023 fertiggestellt sein, werden 2848 Plätze in Neubauten und 1632 Plätze in sanierten Räumen haben. Für sechs der MOBS-Schulen wird es einen gemeinsamen Generalplaner geben. Generalunternehmer werden eines oder mehrere Projekte realisieren. 

Ein vereinfachtes Verfahren bei den Wettbewerben und in der Planung soll bei MOBS dafür sorgen, dass es zwischen der ersten Idee für eine neue Schule und der Fertigstellung nicht mehr zehn Jahre vergehen. Denn Berlin hat Druck: Gab es 2016 noch 294.000 Schüler, werden es im Schuljahr 2024/25 voraussichtlich 86.000 mehr sein.

Berliner Architekten haben die neue Grundschule in der Friedrichshain entworfen

Die ausgewählten Architekten kommen aus Deutschland und dem Ausland. So werden Spanier für 22,7 Millionen Euro eine neue Grundschule für 432 Kinder an der Spandauer Goltzstraße errichten. Der Komplex am Maselakekanal wird ein Gebäude für die Klassen und eine Dreifeld-Sporthalle bekommen, verbunden mit einem eingeschossigen Eingangs-Bauwerk.

Berliner Architekten haben die neue Grundschule in der Friedrichshainer Pufendorfstraße entworfen, die für 14,8 Millionen Euro auf ein enges Grundstück hinter der Auferstehungskirche gestellt wird. 432 Schüler sollen hier in zwei Etagen über einer „eingegrabenen“ Sporthalle sowie in einem aus fertigen Modulen bestehenden Ergänzungsbau unterrichtet werden. Der Baubeginn für beide Schulen ist für Frühjahr 2019 vorgesehen.

In dem Jahr soll die Sekundarschule Mahlsdorf (An der Schule) für 550 Schüler schon fertig werden. Es wird eine von drei Schulen aus Holz. Der Architekt Andreas Krawczyk vom Frankfurter Büro NKBAK: „Bis auf die Bodenplatte aus Beton und die Fassade – voraussichtlich eloxiertes Aluminium – ist alles aus Holz. Selbst der Aufzugschacht.“

Insgesamt will Berlin binnen zehn Jahren 5,5 Milliarden Euro für Schulraum ausgeben

Die Wände sind aus Fichten-Brettsperrholz, bei dem Lamellen in 90-Grad-Winkeln verleimt sind. Tragende Teile liefert die Buche. Räume bestehen aus zwei bis drei vorfabrizierten Modulen. 31,2 Millionen Euro soll der Bau kosten.

Insgesamt will Berlin binnen zehn Jahren 5,5 Milliarden Euro für Schulraum ausgeben, auch für 59 Neubauten. Maßnahmen, die über zehn Millionen Euro kosten, wird weiter die Senatsbauverwaltung steuern, sich die Aufgabe später mit einer noch zu gründenden Tochterfirma der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge teilen. Sanierungen bis 5,5 Millionen Euro sollen die Bezirke erledigen, bei 5,5 bis 10 Millionen können sie entscheiden, ob sie das erledigen oder der Senat übernimmt.

Eine Konstruktion, die den FDP-Schulexperten Paul Fresdorf ärgert: „Was nutzt schnelle Planung, wenn das Ergebnis dieser Planung im Zuständigkeits-Ping-Pong zwischen Land und Bezirken untergeht?“ Berlin brauche eine zentrale Infrastrukturgesellschaft Schule, um die Planungen zügig umzusetzen.