Das Café Niesen am Mauerpark in Prenzlauer Berg, ein beliebter Treffpunkt von Anwohnern im Gleimkiez, schließt. Den Entschluss traf Inhaberin Christine Wick nicht ganz freiwillig. Eine Mieterhöhung um 55,6 Prozent sei der Grund dafür, sagte sie der Berliner Zeitung.

Die Hausverwaltung habe laut der Café-Inhaberin die Gewerbekaltmiete für ihren Laden von 12,85 auf 20 Euro pro Quadratmeter erhöht. „Ein Café wie dieses, das auch soziale Ziele verfolgt, kann man nicht zu dieser hohen Kaltmiete betreiben“, sagt Wick. „Ich müsste die Preise erhöhen. Mir war es aber immer wichtig, dass jeder Gast meine Preise bezahlen kann.“

Teure Mieten im Szene-Kiez

Für das Café Niesen lief jetzt der Mietvertrag aus. „Die Hausverwaltung teilte mir schon 2016 mit, dass der Vertrag nicht verlängert wird“, sagt Wick. Ihr sei allerdings die Möglichkeit angeboten worden, einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag zu dem höheren Mietpreis abzuschließen. „Ich habe immer wieder versucht, eine andere Lösung zu erreichen.“ Der künftige Preis von 20 Euro pro Quadratmeter sei aber nicht verhandelbar gewesen.

In Berlin liegt mit Stand 2017 die durchschnittliche Gewerbekaltmiete bei 15 Euro pro Quadratmeter. In Szene-Kiezen wie in Prenzlauer Berg werden 20 bis 25 Euro verlangt. Die Hausverwaltung wollte sich gegenüber der Berliner Zeitung zu dem Fall nicht äußern.

Im Café Niesen wurde am Dienstagabend Abschied gefeiert. Auf den Tag genau wurde es vor 13 Jahren eröffnet. 2010 erlangte es bundesweit Bekanntheit, weil es eines der ersten Lokale in Prenzlauer Berg war, wo in einem Raum Kinder keinen Zutritt bekamen.