Berlin - Die Reaktion fiel unmissverständlich aus. „Unglaublich. Unfähig“, sagte Sven Heinemann, SPD-Abgeordneter aus Friedrichshain. Am Ende werde das Projekt länger dauern als der Bau des Flughafens BER gedauert habe, rechnet er vor. Dabei geht es in diesem Fall lediglich um eine rund 1,8 Kilometer lange Straßenbahnstrecke, die sich zwischen der Boxhagener und der Marktstraße zum Bahnhof Ostkreuz schlängeln soll. Am Donnerstagabend gab die Senatsverkehrsverwaltung bekannt, dass das Vorhaben nun noch länger dauern werde als bislang bekannt. Die Planfeststellungsunterlagen für das Tram-Projekt im Osten von Friedrichshain müssen erneut öffentlich ausgelegt werden, teilte die Behörde mit. Erst Ende 2021 könne es Baurecht geben.

Nachdem die Pläne vor rund drei Jahren erstmals ausgelegt worden waren, hatten Anwohner rund 900 Einwendungen gegen das Vorhaben eingereicht, so der Senat. Dabei ging es vor allem um die Streckenführung und befürchtete Lärmbelastungen. Es war klar, dass es Kritik geben wird. Denn die Tram-Trasse, die unter anderem durch die Sonntagstraße führen soll, wird in einem dicht besiedelten Wohngebiet entstehen. Sie umfasst mehrere Kurven, an denen ein Quietschen befürchtet wird. Tagsüber sollen 192-mal Bahnen der Linie 21 oder der künftigen Linie 22 durch die Sonntagstraße fahren, nachts bis zu 30-mal, so hieß es in den ersten Planungen. Bäume sollen gefällt, Gehwege verschmälert, mehr als hundert Parkplätze aufgehoben werden.

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